Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Winfried Hermann MdL, Verkehrsminister:

„Das Land Baden-Württemberg fördert den Radverkehr – strategisch und mit Plan.”

Schnell und sicher

Radschnellverbindungen zeigen Wirkung

Radschnellverbindungen (RSV) bieten Radfahrerinnen und Radfahrern eine attraktive Möglichkeit, längere Strecken zügig und sicher zurückzulegen. Daher fördert das Land Baden-Württemberg lokale Machbarkeitsstudien für RSV (siehe unten). RSV führen den Radverkehr möglichst kreuzungsfrei und getrennt von anderen Verkehrsmitteln. In den Niederlanden sind die schnellen Direktverbindungen für den Radverkehr längst ein Erfolgsmodell – vor allem im Berufsverkehr, wo sie entscheidend dazu beitragen, den Verkehr vom Auto aufs Rad zu verlagern.

Im Koalitionsvertrag erkennt die Landesregierung die große Bedeutung von Radschnellverbindungen insbesondere vor dem Hintergrund der rasanten Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes an. Auch in der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg ist festgelegt, RSV als wirksames Instrument der Radverkehrsförderung und als Leuchtturmprojekte mit hoher Signalwirkung besonders zu fördern und zügig zu realisieren. Bis zum Jahr 2025 sollen zehn neue überregionale RSV im Land entstehen. Im neuen Bundesverkehrswegeplan haben Radschnellverbindungen ebenfalls Eingang gefunden.

Landesweite Potenzialanalyse und VCD-Projekt

Mit Unterstützung von Planungsbüros führt das Verkehrsministerium aktuell eine landesweite Potenzialanalyse zu Radschnellverbindungen durch. Damit wird das Potenzial im Sinne der Verkehrsverlagerung auf den Radverkehr von landesweit ca. 70 möglichen Radschnellverbindungen analysiert und bewertet. Ergebnis wird ein Überblick der Strecken sein, die aufgrund des Radverkehrsaufkommens grundsätzlich radschnellverbindungswürdig sind. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse werden voraussichtlich im ersten Quartal 2018 veröffentlicht.

Seit Sommer 2016 fördert das VM außerdem das Projekt „Radschnellwege Baden-Württemberg“ des VCD Landesverbands Baden-Württemberg (VCD BW). Ziel des Projekts: Politik, Verwaltung, Planern und Verbänden wissenschaftliche Erkenntnisse rund um das Thema Radschnellverbindungen zu vermitteln, den Erfahrungsaustausch herzustellen und einen Leitfaden für die Planung und Umsetzung von RSV zu erstellen. Das Projekt läuft bis Mitte 2018.

Qualitätsstandards und Musterlösungen

Um Kommunen und Landkreise bei der Umsetzung von Radschnellverbindungen zu unterstützen, hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg (VM) Qualitätsstandards und Musterlösungen für Radschnellverbindungen in Baden-Württemberg veröffentlicht. Das Einhalten der Qualitätsstandards ist Voraussetzung für eine Förderung regionaler Radschnellverbindungen durch das Land. Die Musterlösungen sollen Kommunen und Landkreisen helfen, bei der Planung von Radschnellverbindungen die wichtigsten Faktoren von vorne herein im Blick zu haben und von der Erfahrung anderer Regionen zu profitieren.

Förderung von Machbarkeitsstudien

Die Landesregierung unterstützt die Konzeption und Umsetzung von Radschnellverbindungen. Parallel zur oben genannten Potenzialanalyse möchte das Land Baden-Württemberg im Interesse schneller Projektfortschritte auch lokale Machbarkeitsstudien zu potenziell sinnvollen RSV finanziell fördern. Nähere Informationen finden sich in der zugehörigen Pressemitteilung des VM.

Weiterführende Informationen per Download als PDF:

Insgesamt werden für über 40 Strecken Machbarkeitsstudien mit bisher ca. 1,4 Mio. Euro gefördert. Die Studien sollen in 2018 abgeschlossen werden.

Die Machbarkeitsstudien schaffen zusammen mit landesweiten Potenzialanalyse eine optimale Grundlage, um in die Umsetzung von Radschnellverbindungen zu starten.

Regionale Aktivitäten

In verschiedenen Regionen gibt es bereits konkrete Maßnahmen zu RSV. Die Stadt Freiburg beschleunigt bereits seit geraumer Zeit ihren Radverkehr auf sogenannten Rad-Vorrang-Routen. Diese Routen erfüllen in einigen wenigen Abschnitten die reduzierten Qualitätsstandards für Radschnellverbindungen des Landes Baden-Württemberg. In der Gesamtbetrachtung sind es jedoch keine Radschnellverbindungen. Der Verband Region Rhein-Neckar arbeitet derzeit mit allen betroffenen Kommunen an einer Machbarkeitsstudie zu einem Radschnellweg entlang des räumlichen Korridors von Heidelberg über Mannheim, Ludwigshafen (Rhein) bis nach Schifferstadt.

Mehr lesen zur Machbarkeitsstudie Radschnellweg Verband Region Rhein-Neckar

Drei Pilotprojekte in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg plant und baut drei Radschnellverbindungen als Leuchtturmprojekte und steigt damit auf ausgewählten Strecken auch als Bauherr aktiv in die Umsetzung ein. Bereits jetzt unterstützt das Land regionale Projekte, übernimmt nun aber zusätzlich die Baulastträgerschaft für die Radschnellverbindungen Heidelberg - Mannheim, Heilbronn - Neckarsulm - Bad Wimpfen und Esslingen - Stuttgart. Dazu sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL am 17. Juli 2017: „Mit den drei Leuchtturmprojekten übernimmt das Land die Verantwortung für die Umsetzung der Strecken und dokumentiert damit die Bedeutung der Radschnellverbindungen für eine neue Radkultur in Baden-Württemberg. Es werden viel mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, wenn die zur Verfügung stehende Infrastruktur für RadfahrerInnen durch leistungsfähige, schnelle und direkte Verbindungen attraktiver wird.“
Bei konventionellen Radwegen wechselt die Verwaltungszuständigkeit für Bau und Unterhaltung häufig zwischen den anliegenden Kommunen, Land und Bund. Dadurch entstehen Verzögerungen und die Qualität ist oft uneinheitlich. Um bei Radschnellverbindungen durchgehend attraktive Verbindungen zu gewährleisten, müssen Umsetzung, Erhaltung und Unterhaltung in einer Hand liegen. Dies kann ein kommunaler Träger oder ein Zweckverband sein. Für die jetzt benannten drei Pilotprojekte mit hoher Landesbedeutung übernimmt erstmals das Land diese Rolle.

Indem das Land für ausgewählte Radschnellverbindungen die Verantwortung für die ganze Strecke übernimmt, kann mit gleichen Standards gebaut werden. Auch Unterhaltung, Erhaltung und der Winterdienst werden auf einheitlichem Niveau gesichert. Für die Kommunen bedeutet dies aufgrund der Kosten in Höhe von 0,5 bis 1 Millionen Euro je km Radschnellverbindung eine deutliche finanzielle Entlastung. Anhand der Leuchtturmprojekte sollen Erfahrungen und Erkenntnisse für die künftige Projektabwicklung gewonnen werden.

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Informationen zu Machbarkeitsstudien

Qualitätsstandards und Musterlösungen

RS1

Lernen vom Radschnellweg Ruhr RS1: von der Machbarkeitsstudie bis zur Umsetzung erster Streckenabschnitte. Hier gehts zum Imagefilm auf Youtube

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