Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

John F. Kennedy, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1961-1963

„Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.“

Innovation gefragt

10. April 2018

Bundesministerium für Verkehr fördert Modellprojekte zu Sicherheit und Nutzerfreundlichkeit im Radverkehr.

Der Radverkehr stellt einen wichtigen und wachsenden Anteil am Verkehrsaufkommen in Deutschland dar. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert daher innovative Projekte im Bereich des Radverkehrs, die der Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020 (NRVP) dienen.

2019 sollen vorrangig Projekte zu folgenden Themenfeldern gefördert werden:

1. Förderschwerpunkt Verkehrssicherheit

Die Verkehrssicherheit wird häufig anhand der polizeilich erfassten Unfallzahlen bewertet, obwohl diese lediglich einen Teil des Problems widerspiegeln. Unberücksichtigt bleiben sowohl nicht erfasste Unfälle und Beinaheunfälle als auch das subjektive Sicherheitsempfinden – allesamt Faktoren, die auch das künftige Verkehrsverhalten und die Verkehrsmittelwahl beeinflussen können, wenn es darum geht, eine Verkehrsverlagerung vom Kraftfahrzeug auf das Fahrrad zu erreichen.

Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben mit den folgenden Inhalten:

  • Aufschluss über die Dunkelziffer und die Typisierung von polizeilich nicht erfassten Unfällen oder Beinaheunfällen,
  • weitere Erkenntnisse bei Unfällen zwischen Radfahrenden untereinander, zwischen Radfahrenden und Kraftfahrzeugfahrenden oder zwischen Radfahrenden und zu Fuß Gehenden sowie Konzepte zur Vermeidung dieser Unfälle,
  • spezifische Erkenntnisse zum unterschiedlich wahrgenommenen Sicherheitsgefühl – so stellt das subjektive Sicherheitsgefühl von unterschiedlichen Typen Radfahrender, beispielsweise nach Alter und Geschlecht, einen wichtigen Aspekt in der Wahl der Führungsform der Radverkehrsinfrastruktur dar,
  • gezielte Einbeziehung unterschiedlicher Akteure wie Polizei oder Fahrschulen bei der Konfliktanalyse sowie bei der Konfliktbewältigung,
  • Entwicklung und/oder Untersuchung von Strategien zur Sensibilisierung für den Radverkehr einschließlich der Beachtung der Verkehrsregeln – zum Beispiel Fahrradstaffeln der Polizei,
  • Einbeziehung von Radfahrenden in die Entwicklung neuer Technologien zur Erhöhung der Verkehrssicherheit,
  • Forcieren des Themas Radverkehrssicherheit in der Lehre, Erziehung und Bildung,
  • Entwicklung und/oder Untersuchung einer fehlerverzeihenden Infrastruktur, auf der sich Nutzende sicher fühlen.

2. Förderschwerpunkt Nutzerfreundlichkeit

Dieser Schwerpunkt betrachtet die Nutzerperspektive. In der Straßenverkehrsplanung sind viele, teils heterogene Belange zu berücksichtigen, so dass in engen Straßenräumen Infrastrukturelemente häufig auf das nötigste Maß beschränkt werden. Das führt dazu, dass die Infrastruktur zwar die Basisanforderungen erfüllt, jedoch weder nutzer"freundlich" ist noch Begeisterung weckt. Aber gerade die Begeisterung motiviert Radfahrende dazu, die gemachten guten Erfahrungen zu wiederholen, und sie animiert Nicht-Radfahrende zum Ausprobieren. Insgesamt führt dies dazu, dass mehr Menschen Rad fahren.

Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben mit den folgenden Inhalten:

  • Entwicklung und/oder Untersuchung einer besonders fehlerverzeihenden Infrastruktur, auf der sich Nutzende sicher fühlen,
  • komfortable Einrichtungen, die das Radfahren beispielsweise an Knotenpunkten oder Steigungen attraktiver machen und das Interesse bei anderen Verkehrsteilnehmenden wecken,
  • gezielter Einsatz von Kommunikationsmaßnahmen zur Sichtbarmachung der Radverkehrsinfrastruktur. Denn häufig sind gute Radverkehrsinfrastrukturen zwar existent (z. B. auf parallel zur Hauptstraße verlaufenden Straßen), werden aber von Radfahrenden und insbesondere von potenziellen Radfahrenden nicht wahrgenommen,
  • Infrastrukturvorhaben, bei denen mit Hilfe von Gamification der Spaß am Fahrradfahren gefördert wird.

Allgemeine Hinweise

Gefördert werden Vorhaben mit innovativen Ansätzen, hohem Erkenntnisgewinn sowie möglichst großem und realistischem Anwendungspotenzial. National und international bereits vorliegende Projekte, Erfahrungen und Erkenntnisse sowie der Stand der Forschung und der Stand der Technik sollen berücksichtigt werden. Das BMVI begrüßt insbesondere Projekte, an denen sich unterschiedliche Partner beteiligen und/oder die sich auf mehr als eine Region beziehen.
Die Förderschwerpunkte 2019 schließen die Förderung von innovativen Projektideen aus anderen Handlungsfeldern des NRVP oder im Zusammenhang mit anderen Wirkungszusammenhängen (z. B. Klima- und Umweltschutz) nicht aus.

Wer kann einen Projektvorschlag einreichen?

Die Projektförderung richtet sich an alle juristischen Personen des öffentlichen und des privaten Rechts. Natürliche Personen des Privatrechts können mit einer juristischen Person des Privatrechts zusammenarbeiten und entsprechend einen gemeinsamen Projektvorschlag einreichen.

Umfangreiche Informationen zu den Voraussetzungen für eine Förderung und zum Antragsverfahren unter:
https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/bund/foerderprogramm/foerderprogramm-nationaler-radverkehrsplan-2020

Newsletter abonnieren

Abo ändern/kündigen Hier klicken

Aktuelle Termine

Im Bereich Termine finden Sie alle aktuellen Veranstaltungen rund um den Radverkehr in Baden-Württemberg und darüber hinaus.

News vor Ort

Neues aus der Radverkehrsförderung in den Kommunen erfahren Sie auf dem Blog der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V.

Wege zu einer neuen Radkultur

Baden-Württemberg hat einen Fahrplan für die Radverkehrsförderung in den nächsten 10 Jahren: Die RadSTRATEGIE Baden-Württemberg

Download (5,2 MB)