Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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John F. Kennedy, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1961-1963

„Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.“

Digitalisierung & Mobilität

13. Februar 2018

Neue Förderlinie MobiArch fördert innovative Anwendungen. Auch der Radverkehr soll profitieren.

 

Das Verkehrsministerium hat den Projektaufruf „Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen (MobiArch BW)“ veröffentlicht. Ziel von MobiArch BW ist es, die Verfügbarkeit und Qualität von Mobilitätsdaten zu verbessern und die Ausarbeitung innovativer Ideen für die Verwendung von Mobilitätsdaten zu fördern. „Bessere Mobilität ist durch neue Infrastruktur nur noch teuer und langsam zu erreichen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. „Das digitale Zeitalter ermöglicht uns aber auf andere Weise die Mobilität zu verbessern: durch bessere Daten und Informationen. Daher wollen wir solche Dienstleistungen und Produkte im Bereich Verkehr und Mobilität fördern.“

Wichtige Grundlage für nachhaltige Mobilitätskonzepte

Verlässliche Daten und zuverlässige IT-Architekturen sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Mobilitätskonzepte. Dabei gilt es, personenbezogene Daten zu schützen, um Eingriffe in die Privatsphäre auszuschließen. Die proaktive und ambitionierte Auseinandersetzung mit Fragen des Datenschutzes ist deshalb integraler Bestandteil der Förderung. „Mit MobiArch BW verbessern wir den Zugang zu Mobilitätsdaten für Forschung und Entwicklung, Mobilitätsdienstleister, Start-Ups und weiteren Innovatoren“, erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann weiter. „Im Rahmen des Datenschutzes erwarten wir von MobiArch BW eine Hebelwirkung für bessere Mobilitätsdaten und ganz konkrete Anwendungen. Zum Beispiel suchen wir eine Stadt oder einen Landkreis, die ihren Ordnungsdienst digital unterstützen lassen wollen, wie dies z.B. in Amsterdam bereits üblich ist.“ 

Eine Million Euro für die Projektförderung

Daten zum Mobilitätsgeschehen wachsen mit jeder Nutzung von digitalen Mobilitätsservices, mit jeder Ticketbuchung und mit jeder Sekunde, in der Echtzeitdaten zum Verkehr erfasst werden. MobiArch BW regt zu Lösungen an, die Daten aus unterschiedlichen Bereichen und Systemen datenschutzkonform verknüpfen und die hierfür notwendigen Architekturen und Prozesse entwickeln.

Projektideen können bis zum 20. April 2018 einreicht werden. Für die Projektförderung stehen insgesamt rund 1 Million Euro zur Verfügung. Der Projektaufruf ist abrufbar unter: https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme/.

Echtzeitdaten für Verkehrsleitung und Verkehrsplanung

Zudem hat das Verkehrsministerium zum Jahresbeginn 2018 Floating Car Daten erworben, die durch eigene Datendrehscheiben wie efa-bw und die Straßenverkehrszentrale genutzt werden und auch geeigneten Projekten zur Verfügung gestellt werden können. Bei Floating Car Daten handelt es sich um Daten, die das Verkehrsgeschehen in Echtzeit abbilden. Durch solche aktuellen Informationen zum mengenmäßigen Verkehrsaufkommen auf bestimmten Streckenabschnitten können beispielsweise Informationen zu Staus sofort in öffentliche Verkehrsleitsysteme oder Routenempfehlungen von Apps einfließen. Zudem kann die Verkehrsplanung und -forschung langfristige Datenreihen zur Auswertungen der Verkehrsströme nutzen.

Nutzung von Mobilitätsdaten zur Förderung des Radverkehrs

Laut dem Arbeitspapier „Intelligente Mobilität der Zukunft: Digitalisierung in der Schlüsselrolle“ des Verkehrsministeriums, sollen Mobilitätsdaten auch gezielt zur Förderung des Radverkehrs genutzt werden. So sollen aktuelle Daten zur Radinfrastruktur sowohl für die Priorisierung des Infrastrukturausbaus als auch für ein qualifiziertes Routing im Rahmen des bestehenden Radroutenplaners genutzt werden. In Vorbereitung befindet sich zudem eine App, mit der RadfahrerInnen bequem von unterwegs Mängel in der Wegweisung und der Infrastruktur des RadNETZ Baden-Württemberg melden können. Darüber hinaus investiert das Ministerium in den Aufbau eines Systems von Radverkehrszählstellen, um so die Datengrundlage für bedarfsgerechte Infrastrukturplanung zu verbessern. Es wird außerdem geprüft, den bei weiterführenden Schulen eingeführten digitalen Radschulwegplaner zu einer App-Lösung zu modernisieren.

Mehr Sicherheit für RadfahrerInnen und FußgängerInnen

Zudem haben digitale Systeme das Potenzial, die Verkehrssicherheit für RadfahrerInnen und FußgängerInnen zu erhöhen. Fahrassistenzsysteme bieten die Möglichkeit, besonders schützenswerte VerkehrsteilnehmerInnen vor Unfällen zu bewahren. So können beispielsweise Abbiegeassistenten in LKW dazu beitragen, eine wesentliche Ursache schwerer Unfälle für RadfahrerInnen und FußgängerInnen zu entschärfen: Das Abbiegen großer Fahrzeuge nach rechts. Entsprechende Systeme sind bisher nur als kostenpflichtige Zusatzausstattung erhältlich. Eine EU-weite verbindliche Verpflichtung zum Einbau ist derzeit nicht absehbar und eine zügige Marktdurchdringung ist ohne begleitende Maßnahmen nicht zu erreichen. Das Verkehrsministerium plant deshalb ein Modellprojekt, das die Einführung des Rechtsabbiegeassistenten in Lkw unterstützen und wissenschaftlich begleiten soll.

Auch hinsichtlich der Entwicklung des autonomen Fahrens betont das Verkehrsministerium die Sicherheit von FußgängerInnen und RadfahrerInnen. In Zukunft werden autonome Fahrzeuge komplexe Verkehrssituationen berücksichtigt müssen, in denen sie mit älteren Fahrzeugen ohne Assistenzsysteme oder mit FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen interagieren. Das vom Verkehrsministerium noch bis 2020 geförderte Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg (TAF BW) bietet hierzu die nötige Erprobungsumgebung.

 

Hintergrund: Schwerpunkt Digitalisierung

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Dazu hat sie eine Investitionsoffensive gestartet: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislatur in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche: Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz. Eine Broschüre zur Digitalisierungsstrategie der Landesregierung kann man hier downloaden.

Mit www.digital-bw.de hat die Landesregierung auch ein neues Schaufenster der Digitalisierung an den Start gebracht. Es ist das zentrale Online-Portal rund um alle Digitalisierungsthemen und -maßnahmen im Land.

Mehr Mobilität, weniger Verkehr

Das Verkehrsministerium will die Digitalisierung für die Entwicklung und Umsetzung besserer Mobilitätskonzepte nutzen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte betrachten. Richtig ausgestaltet kann die Digitalisierung eine Schlüsselrolle einnehmen, steigende Mobilitätsbedürfnisse mit weniger Verkehr zu erreichen. Daten sind der Rohstoff der Digitalisierung und müssen daher in geeigneter Form und Qualität für Innovationen zugänglich sein. Zugleich braucht es geeignete IT-Architekturen und organisatorische Strukturen zum sinnvollen Umgang mit diesen Daten.

Die Projektlinie MobiArch BW ist Teil der Digitalisierungsstrategie digital@bw. Die darunter laufenden Aktivitäten des Verkehrsministeriums sind in dem Arbeitspapier „Intelligente Mobilität der Zukunft: Digitalisierung in der Schlüsselrolle“ zusammengestellt, abrufbar unter https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/verkehrspolitik/zukunftskonzepte/digitale-mobilitaet/. Aktuelle Informationen sind auch auf Twitter verfügbar: https://twitter.com/digitalmobilBW.

Als weitere Aktivitäten zur Förderung und Umsetzung kreativer Ideen für die zielgerichtete Anwendung von Mobilitätsdaten plant das Verkehrsministerium im Frühjahr 2018 zudem einen Hackathon und bereitet ein neues Stipendienprogramm vor, das Entwicklerinnen und Entwickler bei der Ausarbeitung von umsetzungsfähigen Ideen für zukünftige digitale Mobilitätslösungen unterstützt. Beides ist Bestandteil der Ideenschmiede digitale Mobilität.

(Bild: www.pd-f.de / www.fahrer-berlin.de)

Aktuelle Termine

Im Bereich Termine finden Sie alle aktuellen Veranstaltungen rund um den Radverkehr in Baden-Württemberg und darüber hinaus.

News vor Ort

Neues aus der Radverkehrsförderung in den Kommunen erfahren Sie auf dem Blog der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V.

Wege zu einer neuen Radkultur

Baden-Württemberg hat einen Fahrplan für die Radverkehrsförderung in den nächsten 10 Jahren: Die RadSTRATEGIE Baden-Württemberg

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