Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Viele kleine blaue Fahrräder vor weiß-grauem Hintergrund

Arne Koerdt, Verkehrsministerium

„Unsere Aufgabe: Radverkehrsförderung möglichst einfach machen & Akteuren bei der Arbeit helfen.“

Knotenpunkte

sicher gestalten

An Kreuzungen und Verkehrsknotenpunkten besteht für den Radverkehr eine erhöhte Unfallgefahr. Daher ist es unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit besonders wichtig, Knotenpunkten bei der Radverkehrsplanung besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Es gilt die Grundregel, die auch bei der Planung von Radverkehrsinfrastruktur allgemein gilt: Radfahrer, die auf der Fahrbahn unterwegs sind, sind für Autofahrer am besten sichtbar und damit auch am sichersten.

Für alle Knotenpunkte gilt, dass sie von sämtlichen Verkehrsteilnehmern einfach, übersichtlich und damit sicher zu befahren sein sollen. Um unnötige Gefahren zu vermeiden, ist wichtig, dass schon vor Einfahrt in den Knotenpunkt für alle Verkehrsteilnehmer die Radverkehrsführung klar erkennbar ist. Dies kann zum Beispiel über die farbige Markierung von Radfahrstreifen und Abbiegespuren für den Radverkehr gewährleistet werden.

Hilfreich bei der Planung sind neben den Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) der FGSV auch die im Rahmen des RadNETZ Baden-Württemberg erstellten Musterlösungen für Radverkehrsanlagen.

In den ERA werden insgesamt vier verschiedene Arten von Knotenpunkten unterschieden:

Knotenpunkte mit Rechts-vor-links-Regelung

Wenn an einer Kreuzung die einfache Vorfahrtsregel „rechts vor links“ gilt, empfehlen die ERA, den Radverkehr gemeinsam mit dem Pkw-Verkehr auf der Fahrbahn zu führen, da dies für den Radverkehr die beste Sichtbarkeit und damit auch ein Höchstmaß an Sicherheit bietet. Dies gilt besonders in Tempo 30-Zonen, in denen meist „rechts vor links" gilt.

In der Regel werden Rechts-vor-links-Kreuzungen nicht beschildert. In einigen Fällen, insbesondere, wenn sich Regelungen geändert haben, erachten die ERA dies aber als sinnvoll. So kann zum Beispiel darauf hingewiesen werden, dass aus einer Einbahnstraße heraus, die für Radfahrer in beiden Richtungen geöffnet ist, mit Radverkehr zu rechnen ist.

Knotenpunkte mit Vorfahrtregelung durch Verkehrszeichen

Trotz Verkehrszeichen sind Radfahrer an Kreuzungen besonderen Risiken ausgesetzt, die sich aus den zahlreichen Abbiegemöglichkeiten des Rad- sowie des Kraftverkehrs ergeben. Fährt der Radfahrer geradeaus, ist er durch rechtsabbiegende Kfz gefährdet. Will der Radfahrer links abbiegen, muss er mindestens die eigene und die Gegenfahrbahn queren.

Knotenpunkte mit Lichtsignalanlage

Aufstellflächen für den Radverkehr vor Lichtsignalanlagen (Ampeln) dienen der besseren Sichtbarkeit des Radverkehrs und damit der Sicherheit. Die Aufstellfläche befindet sich vor der Haltelinie der Fahrzeuge, damit Auto- und Lkw-Fahrer die Radfahrer schon vor dem Losfahren im Blick haben. So kann die Gefahr minimiert werden, dass Radfahrer von abbiegenden Kfz übersehen werden. Eine farbige Markierung (Roteinfärbung) der Fläche unterstützt die Sichtbarkeit.

Kreisverkehre

Je nachdem, wie groß ein Kreisverkehr ist, wie hoch das Verkehrsaufkommen und die gefahrenen Geschwindigkeiten, ergeben sich unterschiedliche Implikationen für die Radverkehrsführung auf Kreisverkehren. Bei kleineren Kreisverkehren empfehlen die ERA, den Radverkehr auf der Fahrbahn mitzuführen. Sichtbarkeit und Sicherheit des Radverkehrs können durch Abmarkierung von Schutz- oder Radfahrstreifen unterstützt werden.

Bei mehrspurigen und großen Kreisverkehren schlagen die ERA eine von der Fahrbahn getrennt geführte Radverkehrsführung vor. Zur Vermeidung von Unfällen ist dabei wichtig, dass die Autofahrer an den Kreuzungspunkten durch farbliche Markierung auf den kreuzenden Radverkehr aufmerksam gemacht werden.

Bei sehr hohem Pkw-Aufkommen und hohen Geschwindigkeiten ist auch eine Verkehrsregelung durch Ampeln denkbar. In diesem Fall sollte möglichst eine grüne Welle für den Radverkehr umgesetzt werden. Zusätzlich zur kreisumlaufenden Führung können Rad- und Fußverkehr in großen Kreisverkehren auch direkt und per Ampel geregelt über die Mittelinsel des Kreisverkehrs geführt werden, um ein direkteres Fahren und geringere Gesamtwartezeiten zu erreichen.

Die Fahrradakademie bietet immer wieder Seminare zum Thema „Radverkehr an Knotenpunkten“ an. Link zum Programm der Fahrradakademie

Mehr lesen:

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft -GDV-, Unfallforschung der Versicherer, Berlin (Hrsg.) Sichere Knotenpunkte für schwächere Verkehrsteilnehmer. (dt.) (Zus.:dt., engl.)
Berlin (2014); XII, 245 S.; Abb., Tab., Lit.; ISBN 978-3-939163-52-7 (Forschungsbericht; 23)

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