Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Michael Obert, AGFK-BW Vorstandsvorsitzender

„Radverkehrsförderung ist eigentlich ganz
einfach – da kann jeder in fast jedem Bereich etwas beitragen.“

Radverkehrsförderung

im Einzelhandel

Einkaufswege machen einen erheblichen Teil des alltäglichen Verkehrsaufkommens aus. Wer sich hier für mehr Fahrradverkehr einsetzt, kann schnell viel erreichen. Viele Studien haben gezeigt, dass der Einzelhandel von radfahrenden Kunden profitiert. Sie kaufen zwar in der Regel kleinere Mengen, kommen dafür aber öfter ins Geschäft und geben über einen längeren Vergleichszeitraum mehr Geld im Einzelhandel aus.

Wer als Einzelhändler seinen Kunden etwas Gutes tun will, muss nicht immer das Parkticket bezuschussen. Es gibt viele Möglichkeiten, auch radfahrende Kunden für ihre Treue oder einen größeren Einkauf zu belohnen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat im bundesweiten Projekt „Clever einkaufen“ 2008 getestet, mit welchen Maßnahmen Einzelhändler ihre Kundinnen und Kunden aufs Rad bringen können. Auf der Website gibt es einen guten Überblick über die im Projekt entwickelten Aktionsideen – von der fahrradfreundlichen Einkaufsstraße bis zum Wettbewerb „Fahrradfreundlichstes Geschäft“ und die Broschüre „Radverkehr belebt das Geschäft“ als Download.

Lastenfahrräder anschaffen

Einzelhändler können Lastenfahrräder vielfältig einsetzen. Sie können mit den Transporträdern den eigenen Einkauf transportieren oder Waren ausliefern. Sie können sie aber auch an Kunden verleihen, die damit selbst ihre Einkäufe autofrei nach Hause bringen können. Um Unternehmen bei der Förderung des Radverkehrs zu unterstützen, bezuschusst das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg den Kauf von E-Lastenräder und E-Fahrradanhänger mit bis zu 4.000 Euro, maximal aber der Hälfte der Investitionssumme. Eine Förderung können Unternehmen, Körperschaften des öffentlichen Rechts und gemeinnützige Organisationen beantragen.

Hochwertige Fahrradabstellanlage installieren

Hochwertige und gut sichtbar in Eingangsnähe angebrachte Fahrradabstellanlagen motivieren Kunden dazu, mit dem Rad statt mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren. Statt einen Parkplatz zu suchen, können sie das Rad zeit- und wegsparend direkt vor dem Eingang des Geschäfts abstellen. Der direkte Nutzen für den Einzelhandel: Motiviert ein Einzelhändler seine Kunden, häufiger mit dem Rad zum Einkaufen zu kommen, sinkt der Bedarf an Autostellplätzen. In der Landesbauordnung des Landes Baden-Württemberg ist festgelegt, dass Einkaufszentren, die vier Fahrradabstellplätze zur Verfügung stellen, einen Autoparkplatz weniger haben müssen. Das spart vor allem in Innenstädten, in denen Platz knapp ist, viel Geld. Wichtig ist, dass die Abstellanlagen in der Nähe des Eingangs aufgestellt werden und dass die Kunden ihre Fahrräder kippsicher abstellen und Diebstahlsicher mit dem Rahmen am Ständer befestigen können.

Hier gibt es mehr Informationen rund ums Fahrradparken

Der ADFC informiert über geeignete Fahrradstellanlagen

Maßnahmen, die Kunden und Angestellten nutzen

Einzelhändler sind auch Arbeitgeber. Viele Maßnahmen zur Fahrradförderung wie beispielsweise sichere und wetterfeste Abstellanlagen, Umkleidemöglichkeiten, Diensträder etc. verbessern den Service für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und können gleichzeitig den Image der Firma verbessern. Mehr zur betrieblichen Radverkehrsförderungen lesen

Auslieferung von Waren per Lastenrad

Das Fahrrad ist für die Auslieferung von Waren gut geeignet. Das belegen viele Beispiele: DHL setzt in Städten zunehmend auf E- und Lastenräder und entwickelt dafür inzwischen eigene Fahrzeuge. Auch gastronomische Lieferdienste, bei denen es auf Geschwindigkeit ankommt, bringen immer häufiger eine Fahrradflotte für die Auslieferung zum Einsatz. Mit dem Rad kommen die Fahrerinnen und Fahrer in verstopften Innenstädten schneller voran als mit dem Auto. Sie sparen sich die lästige Parkplatzsuche und sind per Rad kostengünstig unterwegs. Auch Paketdienste wie UPS und GLS testen die Auslieferung von Paketen mit dem Fahrrad.

Kommunikationsideen umsetzen

  • Lieferdienste für Kunden, die mit dem Rad unterwegs sind, einrichten und offensiv bewerben
  • Initiative des Einzelhandelsverbands für mehr Einkaufsverkehr mit dem Rad, zum Beispiel „Fahrradfreundliche Einkaufsstraße“
  • Mit Fahrradwerbung bedruckte Einkaufs- oder Brötchentüten
  • Vorteile für radfahrende Kundinnen und Kunden, z.B. Rabatt beim Einkauf, Gutschein, 10er Karte ...
  • Durchführung eines „Schaufensterwettbewerbs“ zum Thema Fahrrad, bei dem das am originellsten dekorierte Schaufenster ausgezeichnet wird

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