Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Viele Menschen haben sich für dieses Foto zu einem Fahrrad formiert.

Michael Obert, AGFK-BW Vorstandsvorsitzender

„Radverkehrsförderung ist eigentlich ganz
einfach – da kann jeder in fast jedem Bereich etwas beitragen.“

Eigenständig mobil

Kein Führerschein, wenig Geld oder eine Mobilitätseinschränkung: Es gibt viele Gründe, nicht mit dem Auto fahren zu können oder zu wollen. Daher bedeutet Radverkehrsförderung auch Mobilitätssicherung. Für viele Menschen stellt das Radfahren eine kostengünstige, einfache und selbstbestimmte Mobilitätsform dar, ein Stück Freiheit und Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben.

Radfahren macht Spaß und lässt sich unkompliziert in den Alltag integrieren. Es leistet als einfach umzusetzende, tägliche Bewegungsroutine einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit. Diverse Studien weisen die positive Wirkung nach, die bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag haben: Ein deutlich gesenktes Herzinfarktrisiko und ein Drittel weniger Krankheitstage im Beruf sind nur einige Beispiele.

Gesellschaftliche Teilhabe

Seien es gesundheitliche, finanzielle oder altersbedingte Gründe: Viele Menschen in Baden-Württemberg sind in ihrem Alltag auf das Fahrrad angewiesen. Selbstbestimmte Mobilität ist extrem wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe. Sie ermöglicht Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und zur Gesundheitsvorsorge, vermittelt Lebensfreude und bestimmt maßgeblich die Lebensqualität. Dieser oft unterschätzte sozialpolitische Gewinn der Fahrradmobilität soll besser kommuniziert werden, damit flächendeckend ein Bewusstsein für diese Chancen aufgebaut wird.

Um Menschen das Radfahren zu ermöglichen, ist eine Verknüpfung von Mobilitätserziehung mit Radfahrtraining wichtig. Das gilt für Kinder genauso wie für Asylbewerber, für internationale Studierende und Menschen, die beispielsweise nach einem Unfall eine längere Mobilitätspause hatten oder im Alter das Auto stehen lassen müssen.

Dabei verfolgt die RadSTRATEGIE den Grundsatz, dass alle Maßnahmen den Belangen aller Menschen dienen sollen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Behinderung, kultureller Prägung oder sozialer Lage.

Gesundheit

Radverkehrsförderung ist Gesundheitsförderung. Denn Radfahren leistet als bewegungsfördernde Aktivität einen wichtigen Beitrag zur Prävention zahlreicher Krankheiten. Volkswirtschaftlich übersteigen die gesundheitsfördernden Effekte die Risiken durch Unfälle um ein Vielfaches.

Das Verkehrsministerium hat sich daher zum Ziel gesetzt, dass mindestens 30 Prozent mehr Menschen im Alltag regelmäßig das Rad benutzen. Gleichzeitig wird auch die Mobilitätserziehung um die Vermittlung gesundheitsfördernder Aspekte erweitert. Kommunikativ soll Radfahren als Teil eines bewussten, gesundheitsorientierten Lebensstils wahrgenommen werden. Gleichzeitig sollen Anreize wie Bonussysteme und verbesserte Bedingungen im betrieblichen und schulischen Mobilitätsmanagement die Umstellung im Alltag noch einfacher und attraktiver machen.

Bürgerbeteiligung

Die RadSTRATEGIE hat den partizipativen Ansatz bei der Radverkehrsförderung fest verankert. Bürgerinnen und Bürger sollen bei allen Planungsprozessen zu Infrastrukturmaßnahmen und bei der Erstellung von Radverkehrskonzepten auf Landes- und auf kommunaler Ebene beteiligt werden. Dadurch entsteht nicht nur höhere Akzeptanz bei den betroffenen Bevölkerungsgruppen, es können auch wichtige Kenntnisse und Kompetenzen der Alltagsexpertinnen und -experten in den Planungsprozess integriert werden. Wichtig für gute Partizipationsverfahren sind konkrete Ansprechpersonen in den Kommunen sowie Beteiligungsgremien für Bürgerinnen und Bürger. Auch ein Leitfaden zur Bürgerbeteiligung, wie es ihn bereits in einigen Kommunen gibt, kann hilfreich sein, um diese möglichst umfassend und gleichzeitig mit wenig Aufwand umzusetzen.

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