Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Viele Menschen haben sich für dieses Foto zu einem Fahrrad formiert.

Michael Obert, AGFK-BW Vorstandsvorsitzender

„Radverkehrsförderung ist eigentlich ganz
einfach – da kann jeder in fast jedem Bereich etwas beitragen.“

Sicher unterwegs

Sicherheit ist ein fundamentales Grundbedürfnis des Menschen. Das gilt auch für die Radverkehrsförderung: Fahrradinfrastrukturen sollten immer so geplant werden, dass sich alle Bevölkerungsgruppen – vom Kind auf dem Schulweg bis zum Senior auf dem Weg zum Wocheneinkauf – sicher fühlen. Nur dann kann der Radfahrer-Anteil im Modal Split effektiv und dauerhaft gesteigert werden. Die Erhöhung der Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg ist zentraler Bestandteil der Verkehrspolitik und orientiert sich am Leitbild „Vision Zero“. Neben der Infrastruktur ist der Mensch selbst ein wesentlicher Faktor. Vorausschauendes Fahren, Rücksichtnahme und die richtige Ausrüstung sind nur einige Stichworte. Hier setzen Informationskampagnen und umfassende Mobilitätserziehung an, die das Verhalten im Straßenverkehr nachhaltig ändern sollen.

Ziel ist es, die Zahl verunglückter und getöteter Radfahrer bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Dabei sinkt das relative Unfallrisiko schon jetzt: Mehr Fahrradfahrer sind auf den Straßen unterwegs bei gleichbleibenden absoluten Unfallzahlen.

Verkehrssicherheit

Um effektive Verkehrssicherheit im Bereich Infrastruktur zu gewährleisten, muss zunächst die Ausgangssituation erfasst werden. Hierfür gibt es in Baden-Württemberg umfassende Verkehrssicherheits-Screenings und systematische Erhebungen in einer Unfall- und Verkehrssicherheitsanalyse. Verkehrsteilnehmer mit besonderen Bedürfnissen wie Kinder und Senioren sowie Pedelecnutzer werden dabei gesondert betrachtet.

Das größte Potential für mehr Verkehrssicherheit wurde für innerörtliche Hauptverkehrsstraßen festgestellt. Dabei könnten durch vergleichsweise einfache Änderungen wie angepasste Geschwindigkeiten Unfälle vermieden werden. Der gute Erkenntnisstand aus Forschung und Praxis soll nach der RadSTRATEGIE ab sofort mehr Berücksichtigung finden. Schulungen für Fachleute, Wissensmanagement für Akteure vor Ort und die Sensibilisierung von Straßenmeistereien für die Erfassung und Behebung von Mängeln sind weitere wichtige Bausteine, die in der RadSTRATEGIE identifiziert werden.

Fahrradfahrer haben besondere Bedürfnisse, wenn es um Sicherheit geht. Auch kleine bauliche Anpassungen können schon viel bewirken. Etwa die Beseitigung von Pollern oder eine sinnvolle Bordsteinabsenkung können Kommunen selbstständig und ohne großen Finanzbedarf umsetzen.

Verkehrssicherheit ist baulich und betrieblich zu beachten. Der Mensch bringt allerdings eine dritte Dimension hinzu: Schnell mit dem Rad zum Bäcker auf der falschen Straßenseite gefahren oder den Schulterblick beim Rechtsabbiegen vergessen – hier entstehen gefährliche Situationen. Ob Mutter im Auto oder Jugendlicher auf dem Fahrrad: Alle Verkehrsteilnehmer sollen durch zielgruppenspezifische Kommunikationsprogramme sensibilisiert und zu mehr Rücksicht aufgerufen werden. Weitere wichtige kommunikative Bausteine in der Verkehrssicherheitsarbeit sind die Themen Fahrradhelmnutzung und die Gefahr durch den toten Winkel bei abbiegenden Lkw.

Mobilitätserziehung

Mobilitätserziehung ist ein umfassendes Feld. Neben der Verkehrssicherheitserziehung geht es auch darum, Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmern zu etablieren, für Umweltaspekte in der Verkehrsmittelwahl zu sensibilisieren und nicht zuletzt darum, die gesundheitlichen Aspekte der Mobilität zu vermitteln. Ziel einer Mobilitätserziehung ist es, umfassende Mobilitätskompetenz und die Fähigkeit, eigenständig und sicher unterwegs zu sein, in der Bevölkerung zu verbessern.

Klassischerweise wird Mobilitätserziehung von der Polizei an Schulen durchgeführt. Die RadSTRATEGIE sieht weitergehend auch verstärkt ein Kurs- und Trainingsangebot für Erwachsene aller Altersgruppen und sozialen Schichten, mit und ohne Behinderung vor.

Radschulwegpläne mit Informationen zu besonders sicheren Strecken und Straßenquerungen im Radverkehr zu und von weiterführenden Schulen gibt es nach einem Modellprojekt der AGFK-BW bereits an etwa 10 Prozent der Schulen in BW. Es soll durch ein landesweites WebGIS und eine Beratungsstelle in die Fläche gebracht und dauerhaft etabliert werden.

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