Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Viele Menschen haben sich für dieses Foto zu einem Fahrrad formiert.

Michael Obert, AGFK-BW Vorstandsvorsitzender

„Radverkehrsförderung ist eigentlich ganz
einfach – da kann jeder in fast jedem Bereich etwas beitragen.“

Gute Wege fürs Rad

Radfahrer sind es gewohnt sich auf vielen Strecken ihre eigene Wege zu suchen und zur eigenen Sicherheit darauf zu achten, dass sie nicht von Autofahrern übersehen werden. Sie sind daher schon für kleine Verbesserungen der Infrastruktur dankbar, die ihnen mehr Platz im Verkehrsgeschehen, eine bessere Orientierung und mehr Sicherheit verschaffen. Eine gute Radverkehrsinfrastruktur entsteht nicht von heute auf morgen. Aber die Investition lohnt sich, denn eine gute Infrastruktur ist die Grundlage einer erfolgreichen Radverkehrsförderung.

Neben der Qualität entscheidet vor allem die durchgängige und zügige Befahrbarkeit über die Attraktivität von Radwegen. Daher ist es ein zentrales Ziel der RadSTRATEGIE Radverkehrsnetze auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene so aufeinander abzustimmen, dass sie sich gegenseitig zu einem landesweites, flächendeckenden Netz ergänzen. Das Land hat bereits wichtige Schritte angestoßen um eine gute Radverkehrsinfrastruktur zu schaffen: Im Januar 2016 hat das Kabinett die Umsetzung des RadNETZes beschlossen, das landesweit rund 7.000 Kilometer attraktiver Radwege mit hohem Qualitätsstandard und einheitlicher Beschilderung schaffen wird. Angeknüpft wird dabei häufig an bereits bestehende Verbindungen. Das RadNETZ wird landesweit alle Ober- und Mittelzentren sowie mehr als 700 Kommunen verbinden. Das Netz soll künftig sowohl Alltags- als auch Freizeitradlern ermöglichen sicher und komfortabel von A nach B zu fahren.

Kommunale Radverkehrsnetze

Die Kommunen, in deren Verantwortungsbereich sich über 80 Prozent der Radverkehrsinfrastruktur befinden, können am meisten zur Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Land beitragen. Fast alle der 44 Stadt- und Landkreise und zahlreiche Mittelstädte verfügen oder planen bereits Radverkehrskonzepte. Bei der Ausarbeitung von aufeinander abgestimmten Radverkehrsnetzen nehmen die Radverkehrsbeauftragten der Stadt- und Landkreise eine zentrale Rolle ein. Sie koordinieren und beraten Städte und Gemeinden bei kommunalen Radnetzen und der Umsetzung des RadNETZes. Das Land unterstützt sie durch Informationen und Strukturen, geplant sind z.B. juristisch geprüfte Mustervereinbarungen und Gestattungsverträge sowie die Integration der Informationen und die Pflege der Daten zum RadNETZ in einer landesweiten Wegedatenbank. Außerdem hat das Land Fördermöglichkeiten geschaffen, mit denen es die Kommunen beim Radwegebau unterstützt. Da Netzschlüssigkeit primäres Ziel der ersten Umsetzungsphase ist, werden flächendeckend qualifizierte, aufeinander abgestimmte und baulastträgerübergreifende Radverkehrsnetze erstellt und schrittweise entsprechend der Standards und Musterlösungen umgesetzt.

Qualitätsstandards und Erhaltung

Bei der Umsetzung der geplanten Infrastrukturmaßnamen ist ein hoher Qualitätsstandard vorgesehen, der auf das ganze Land übertragbar ist. Bestehende Anlagen sollen sukzessive entsprechend den Standards der Fachpublikation „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen” (ERA) umgebaut werden. Zur Attraktivität eines Radwegs gehört allerdings nicht nur die bauliche Qualität sondern auch die Erhaltung. Betriebliche Maßnahmen wie Winterdienst oder die Reinigung von Laub und Scherben werden auf Radwegen oft vernachlässigt und sollen in Zukunft einen hohen Stellenwert einnehmen. Auf Landesebene soll mittelfristig ein systematisches Wege- und Erhaltungsmanagement mit Mängelmeldesystem aufgebaut werden.

Wegweisung und Orientierung

Übersichtliche und kontinuierliche Wegweiser sind nicht nur für den Tourismus und Neu-Radfahrende wichtig, sie steigern auch die Sichtbarkeit des Radverkehrs und sind so eine wichtige Säule der Öffentlichkeitsarbeit. Die Beschilderung macht nur einem Prozent der Kosten des Ausbaus einer Wegeinfrastruktur aus. Ihr Mehrwert für Radfahrerinnen und Radfahrer ist jedoch groß. Daher ist eine wegweisende, einheitliche und qualitativ hochwertige Beschilderung Kernelement des RadNETZes.

Definierte Ziele im Rahmen der RadSTRATEGIE:

  • Die Standards Wegweisende Beschilderung für den Radverkehr in Baden-Württemberg sollen bei allen neuen Beschilderungen angewandt werden. Diese setzen auf dem Merkblatt zur wegweisenden Beschilderung der FGSV auf.
  • Alle Städte mit mehr als 20.000 Einwohnern erstellen bis 2022 auf definierten Hauptachsen eine Wegweisung nach aktuellen Standards.
  • Das Land baut eine zentrale Wegweisungsdatenbank auf.

Die Möglichkeit der baulastträgerübergreifenden Förderung standardgerechter Wegweisung wird vom Land geschaffen. Die Kontrolle und Pflege der Wegweisung in kommunalen Netzen ist Aufgabe der regionalen Träger, im kompletten RadNETZ übernimmt das Land die kontinuierliche Pflege und Wartung des Wegweisungssystems.

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