Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Viele Menschen haben sich für dieses Foto zu einem Fahrrad formiert.

Michael Obert, AGFK-BW Vorstandsvorsitzender

„Radverkehrsförderung ist eigentlich ganz
einfach – da kann jeder in fast jedem Bereich etwas beitragen.“

Elektromobilität, Innovation und Fahrradwirtschaft

Das Fahrrad ist das weltweit meistverbreitete Individualverkehrsmittel und eine der wichtigsten Erfindungen aus Baden-Württemberg. Nun verändern Pedelecs und E-Räder den Radverkehr. In der Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft entstehen viele neue Entwicklungspotentiale. Arbeitswege zwischen 5 und 20 km können gut per Rad zurückgelegt werden und auch steigungsintensivere Strecken können sind mit E-Unterstützung locker zu bewältigen.

Elektromobilität

Bereits 2014 wurden fast eine halbe Million Pedelecs verkauft  – im Gegensatz zu lediglich 8.522 E-Autos. So erfolgt der Einzug der Elektromobilität in den Individualverkehr über das Fahrrad. Pedelecs sind technisch ausgereift, zuverlässig, für breite Bevölkerungskreise erschwinglich und schließen so die Lücke zwischen Fahrrad und Pkw. Entfernte Ziele, Gegenwind, anspruchsvolle Topographie oder fehlende Fitness: Das Pedelec ist ein hoch attraktives und umweltfreundliches Verkehrsmittel für viele Einsatzbereiche und bietet auch mobilitätseingeschränkten Menschen die Möglichkeit, eigenständig mobil zu bleiben. Durch den Elektroantrieb werden auch Lastenräder für immer breitere Bevölkerungsgruppen und Unternehmen interessant. Das gilt sowohl für die City-Logistik und regionale Handwerksbetriebe als auch für den Privatgebrauch als alternatives Familienfahrzeug.

Die RadSTRATEGIE will Baden-Württemberg als Pionierregion für die Entwicklung und den Einsatz von E-Mobilität entwickeln und als Leitmarkt innerhalb der EU etablieren. Dafür soll ein Strategiepapier entwickelt werden, welches die Möglichkeiten der Förderung der E-Mobilität in Wirtschaft, Alltag und Freizeit untersucht – auch im Hinblick auf Lastenräder und Verleihsysteme.

Forschung und Innovation

Die Elektromobilität bringt eine enorme Innovationsdynamik mit vielfältigen Aufgaben und großen Chancen für Forschung und Wirtschaft ins Land. Batterien für Pedelecs werden laufend verbessert und die Stromversorgung des Fahrrads eröffnet neue Möglichkeitsräume jenseits der Trittunterstützung.

Allerdings ist die Forschung in Baden-Württemberg bisher dezentral und ohne klare Schwerpunktsetzung oder Kompetenzcluster aufgestellt. Daher soll im Rahmen der RadSTRATEGIE ein umfassendes Konzept zu Forschung und Lehre entwickelt werden. Koordinatoren und Ansprechpartner sollen berufen werden, beispielsweise in Form einer Stiftungsprofessur, Forschungsaktivitäten sollen aktiv ausgebaut und vernetzt werden zu einem  „Innovationsnetz Fahrrad“. Auch ist denkbar, eine Hochschule mit eine Koordinatorenrolle zu Teil werden zu lassen. Definiertes Ziel der Forschung im Grundlagen- als auch marktnahen Bereich ist die Positionierung Baden-Württembergs als führende Region für fahrradbezogene Patentanmeldungen.

Fahrradwirtschaft

Die Fahrradwirtschaft in Baden-Württemberg ist so vielfältig wie innovativ. Vom kleinen Fahrradeinzelhändler über hochspezialisierte Mittelständler bis zu international agierenden Unternehmen zählt die Wachstumsbranche ca. 860 Unternehmen. Dabei werden gemeinsam mit dem Radtourismus pro Jahr ca. 2,1 Mio. Euro erwirtschaftet und 32.000 Arbeitsplätze gesichert. Mit der jährlich in Friedrichshafen stattfindenden „Eurobike“ ist Baden-Württemberg außerdem Gastgeber der internationalen Leitmesse für die Themen Fahrrad und Elektrofahrrad.

Die RadSTRATEGIE enthält das Ziel, Baden-Württemberg als internationales Fahrrad-Innovationszentrum zu positionieren. Maßnahmen für eine zielorientierte Stärkung sind unter anderem einfacherer Zugang zu Forschungsgeldern sowie eine bessere Vernetzung der Forschungsaktivitäten. Die Vernetzung und aktive Zusammenarbeit mit den Branchenvertretern der Fahrradwirtschaft wird angestrebt, um gemeinsam die Radkultur im Land weiter zu verbessern, das Thema Fahrrad in die Öffentlichkeit zu tragen und positiv in den Medien zu besetzen.

Perspektivisch sollen fünf Prozent der Liefervorgänge in der City-Logistik in Großstädten auf das Lastenrad gebracht werden. Dies kann nur unter Einbeziehung von Unternehmen aus der Fahrradwirtschaft und bei guter Vernetzung der verschiedenen Branchen gelingen.

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