Postfossil und zukünftig mobil!
06.03.2012
Veranstaltungsort: | Filderhalle |
Veranstalter: | VSVI Baden-Württemberg (Vereinigung der Strassenbau- und Verkehrsingenieure in Baden-Württemberg e.V.) |
Ansprechpartner: | VSVI Baden-Württemberg e.V., Geschäftsstelle Stuttgart, Schlossstraße 94, 70176 Stuttgart, Tel.: 0711/625404, Fax: 0711/6153913 |
Leitung: | Dipl.-Ing. Gerd Würdemann (Vorm. Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), Bonn), Dr. Joachim Schmidt (Stiftung für Umwelt und Verkehr), Hanna Schmidt (Stiftung für Umwelt und Verkehr), Moderator: Dr. Martin Held (Ev. Akademie Tutzing, Netzwerk slowmotion) |
Kosten: | 180,00 Euro; ermäßigter Preis: 90,00 Euro |
Weitere Informationen: | Programm und weitere Informationen |
Wir haben uns wie selbstverständlich daran gewöhnt – an die rund um die Uhr verfügbare preiswerte Antriebsenergie, an das immer dichter gesponnene Verkehrsnetz und daran, dass wir jederzeit hinfahren können, wohin wir wollen. Nie zuvor war der Raum so durchlässig wie jetzt. Gleichzeitig ist der Raum geschrumpft. Dank der immer besseren Verkehrsanbindungen und -verbindungen und der Möglichkeit, durch den Erwerb eines Autos Verkehrserreichbarkeit „zukaufen“ zu können, wurden Wohn- und Wirtschaftstandorte frei wählbar, ohne dabei besonders auf die Verkehrskosten achten zu müssen. Antrieb für alles war der fossile Verkehr und mit ihm das reichlich und billig verfügbare Erdöl.
Mit dem Peak Oil, also dem Erreichen des Gipfels der Erdölförderung, kommt dieses so erfolgreiche und gewohnte System jetzt an ein Ende. Seit 2005 stagniert die weltweite Ölproduktion, zugleich geht die Ölgewinnung aus leicht zugänglichen Quellen dramatisch zurück. Die Förderung wird schwieriger, riskanter, teurer. Das Desaster der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko macht das auch für eine breitere Öffentlichkeit erfahrbar. Und die Ölunfälle rücken näher. Die sichtbar gewordenen Lecks der Bohrinseln in der Nordsee verdecken nur die wirkliche Katastrophe der vielen kleinen Unfälle.
Steigende Kosten und hohe Risiken der Ölexploration, spürbare Ölpreiserhöhungen bei anhaltend starken Preisschwankungen (hoher Volatilität) sowie ein abnehmendes Ölangebot und die postulierte Energiewende machen ein weiteres Business-as-usual nicht länger möglich. Die Transformation vom fossilen Verkehr zu einer postfossilen Mobilität ist die aktuelle Herausforderung, denn die postfossile Zukunft ist heute zu gestalten. Langfristig ressourcenschonende und sozialverträgliche Lösungen für die Mobilität sind zu entwickeln.
Der Übergang zur postfossilen Mobilität ist ein hochaktuelles, brisantes und sensibles Thema. Im Oktoberheft 2011 der ADAC-Motorwelt heißt es zum Erdöl „Das Ende ist in Sicht“. Daher sind die Ingenieure herausgefordert, die Siedlungs- und Verkehrsinfrastruktur auf die künftigen Anforderungen auszurichten, um Mobilität und Verkehr zukunftstauglich zu gestalten. Die E-Autos sind dabei nur ein Baustein einer zukünftigen Mobilität. Die Kommunen sind gefordert, eine attraktive Naherreichbarkeit herzustellen und sich dabei auf qualitätsvolle öffentliche Räume und auf eine innovative Planungs- und Baukultur mit einer postfossilen Mobilitätsvielfalt und Energiesparsamkeit zu konzentrieren.
Das Seminar bietet neben Informationen zum Thema eine Plattform für Gespräche, Diskussionen und Erfahrungsaustausch.


