Stadt Freiburg im Breisgau

1. Eckdaten zur Stadt Freiburg im Breisgau

  • ca. 220.000 Einwohner
  • Gründungsmitglied der AGFK-BW
  • Fahrradfreundliche Stadt (seit 2011)
 

2. Was wurde in Freiburg bisher umgesetzt?

Freiburger Altstadt mit Schwabentor (Bild: Hilsenbeck).

Freiburg hat durch eine konsequente Fahrradförderung seit über 40 Jahren erreicht, dass über ein Viertel (27 %) aller Wege innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Eingebettet ist diese Förderung des Radverkehrs in eine integrierte Stadtentwicklungs-, Verkehrs- und Umweltpolitik. Bestandteile sind z. B. die Abstimmung von Siedlungsentwicklung und Verkehrsplanung, die frühe Einrichtung einer großen Fußgängerzone, ein Märkte- und Zentrenkonzept zur Sicherung der Nahversorgung, die konsequente Verkehrsberuhigung und die intensive Parkraumbewirtschaftung. Gemeinsames Ziel dieser Bausteine ist eine nachhaltige Stadt der kurzen Wege, in der Verkehr möglichst vermieden, ansonsten mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln abgewickelt und der verbleibende Kfz-Verkehr verträglich geregelt wird.

Seit den 70er Jahren wurde in Freiburg erheblich in den Radverkehr investiert (bis heute rund 30 Mio. €) und so einiges für die Lebens- und Umweltqualität getan. Das Radverkehrsnetz umfasst 420 km fahrradfreundlicher Routen (170 km Radwege und -streifen, 120 km Wald- und Wirtschaftswege und 130 km fahrradfreundliche Straßen wie Tempo-30-Zonen). Nahezu alle geeigneten Einbahnstraßen sind geöffnet, neun Fahrradstraßen gewähren dem Radverkehr Vorrang. Die flächenhafte Wegweisung und der Freiburger Fahrradstadtplan erleichtern die Orientierung in diesem dichten Netz.

 
Rampe zur Ochsenbrücke (Bild: Garten- und Tiefbauamt).

Paradebeispiel der Freiburger Radwege ist der quer durch die Stadt verlaufende Dreisamuferradweg, der laufend optimiert wird, um den bis zu 10.000 Radlern am Tag gerecht zu werden. So wurde 2008 an der Schnittstelle von Dreisamuferweg und Eschholzstraße eine Rampe zur Ochsenbrücke gebaut, um eine fahrbare Verbindung der beiden wichtigen Radachsen zu ermöglichen.

Ergänzt wird dieses Routennetz durch rund 9.000 Radabstellplätze, davon über 5.000 in der Innenstadt, am Hauptbahnhof die Fahrradstation „mobile“ für weitere 1.000 Räder sowie 3.000 Radabstellplätze in den Stadtteilen und an Bike&Ride-Plätzen - hier stehen auch 23 Fahrradboxen.

So hat sich das Fahrrad in Freiburg längst zum selbstverständlichen und unverzichtbaren Verkehrsmittel entwickelt, das die Stadt nicht nur wesentlich von Lärm, Abgasen, Staus und zugeparkten Straßen entlastet, sondern seinen Nutzern auch eine umweltfreundliche und gesunde Fortbewegung ermöglicht. Sowohl ADFC als auch ADAC bescheinigen der Stadt Freiburg eine besonders große Fahrradfreundlichkeit. Die 2009 durchgeführte „Wirkungskontrolle Radverkehr“ des Landes hat ebenfalls viele gute Lösungen für den Radverkehr in Freiburg bestätigt, aber auch noch einigen Handlungsbedarf aufgezeigt.

 

3. Aktuelle Handlungsschwerpunkte in Freiburg

Aktion Geisterradler (Bild: Gutzmer).

Handlungsschwerpunkte der kommenden Jahre sind die Schließung weiterer Lücken im Radverkehrsnetz sowie die Erhöhung der Verkehrssicherheit und des Komforts - unter anderem durch Anpassung von Netzabschnitten mit älteren Radwegen an heutige Standards.

Aktueller Arbeitsschwerpunkt ist vor allem die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Aufgrund einer systematischen Untersuchung der Radverkehrsunfälle werden kritische Stellen entschärft. Durch Öffentlichkeitsarbeit wird über sicheres Verhalten im Straßenverkehr informiert und dazu animiert. Ein Beispiel ist die Anbringung von Piktogrammen und Schildern, um das gefährliche Geisterradeln einzudämmen.

 
Trixi-Spiegel (Bild: imove).


Um die besonders gefährliche Situation im „Toten Winkel“ eines Lkw zu entschärfen, hat die Stadt Freiburg rund 160 Trixi-Spiegel aufgehängt, die dem Lkw-Fahrer die Sicht auf den Bereich neben ihm ermöglichen. Das Vorhaben wurde vom Institut für Mobilität und Verkehr (imove) der TU Kaiserslautern wissenschaftlich begleitet und zeigt nach den ersten Auswertungen eine gute Wirkung.

 

4. Wie geht es weiter in Freiburg?

Fahrradstraße Hindenburgstraße (Bild: Gutzmer).

Auf der Basis des 2008 beschlossenen Verkehrsentwicklungsplans VEP 2020 wird derzeit in Abstimmung mit den Radverkehrsverbänden das Radkonzept 2020 erarbeitet, das die Schwerpunkte und die konkreten Maßnahmen der nächsten zehn Jahre definieren soll. Dabei werden auch längerfristige Maßnahmen wie der Bau von Radschnellrouten oder die Ausweitung des Netzes der derzeit neun Fahrradstraßen geprüft.

Durch die Zielsetzung des Landes Baden-Württemberg, den Anteil des Radverkehrs zu verdoppeln, und durch die aktive Mitgliedschaft in der AGFK erhofft sich die Stadt Freiburg mehr Rückenwind für den Radverkehr im Land und in den Kommunen. Handlungsfelder sind dabei vor allem eine bessere finanzielle Förderung von Infrastrukturmaßnahmen, die Unterstützung durch eine landesweite Öffentlichkeitsarbeit, die Unterstützung von Pilotvorhaben und die Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Ziel ist es, den Radverkehr in Freiburg weiter zu stärken und dabei insbesondere die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

 

5. Kontakt

Stadt Freiburg im Breisgau
Garten- und Tiefbauamt
Fehrenbachallee 12
79106 Freiburg

Ansprechpartner:
Herr Dipl. Ing. Bernhard Gutzmer
(Rad- und Fußverkehrsbeauftragter)
Tel.: 
0761/201-4684
Fax.: 0761/201-4599
E-Mail: bernhard.gutzmer@stadt.freiburg.de

Informationen zum Radverkehr in Freiburg

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