Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Verkehrsminister Winfried Hermann und der Karlsruher Bürgermeister Michael Obert enthüllen anlässlich des Draistags eine Fahrradzählsäule.

Winfried Hermann MdL, Verkehrsminister:

„Mittelfristig wollen wir den Anteil des Radverkehrs an den zurückgelegten Wegen auf 20 % verdoppeln.”

Wichtige Fragen

zum RadNETZ Baden-Württemberg

So informieren Sie sich über den Fortschritt beim RadNETZ

Die Servicestellen des VM sind die ersten Ansprechpersonen für alle RadNETZ-Fragen. Die zentrale Online-Plattform für die Information rund ums RadNETZ wird auch in Zukunft die Seite www.radnetz-bw.de sein – ein Teil des Internetangebots von www.fahrradland-bw.de, betrieben von der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH im Auftrag des VM. Weitere Informationen gibt es hier

Welche Strecken sind im RadNETZ Baden-Württemberg enthalten?

Das RadNETZ Baden-Württemberg umfasst sowohl Alltagsstrecken als auch die 19 offiziellen Landesradfernwege und wird insgesamt etwa 7.000 Kilometer lang sein. Bei den Alltagsstrecken erfolgt die Orientierung an den vorgegebenen Entwicklungsachsen des Landes. Es werden alle Mittel- und Oberzentren angebunden.

Wird das RadNETZ Baden-Württemberg neu gebaut?

Nein, es wird im in erster Linie auf bestehende Routen zurückgegriffen. Teilweise entsprechen diese allerdings nicht den Anforderungen an die Qualität der RadNETZ Strecken. In diesem Fall müssen solche Strecken vor ihrer Aufnahme in das Startnetz nach bestimmten Sicherheitskriterien ertüchtigt und für das Zielnetz nach bestimmten Komfortkritierien ausgebaut werden. Darüber hinaus sind an einzelnen Stellen auch Neubaumaßnahmen notwendig, um die Durchgängigkeit zu sichern.

Ist das RadNETZ auch für Pedelecs und E-Bikes nutzbar?

Pedelecs und E-Bikes werden immer populärer. Schließlich können damit längere Entfernungen zurückgelegt und topographisch anspruchsvollere Strecken leichter bewältigt werden als bisher. Aktuell wird bei BerufspendlerInnen allgemein davon ausgegangen, dass sie mit dem Fahrrad maximal Strecken von 10 Kilometern in einer Richtung akzeptieren, diese Distanz könnte sich nun verdoppeln. Die Infrastruktur des RadNETZes entspricht im Zielzustand dem ERA-Standard (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen, FGSV). Damit ist das RadNETZ für Pedelecs bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h geeignet – diese gelten laut StVO als Fahrräder. Schnellere E-Bikes müssen nach StVO die Straßen benutzen.

Wie wird die Wegweisung auf dem RadNETZ erfolgen?

Für die Gestaltung der Wegweiser und die Anordnung der Ortsangaben ist das Merkblatt der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) maßgeblich. Diese dem Stand der Technik entsprechenden Grundsätze bleiben unverändert. Im Rahmen des Projekts RadNETZ Baden-Württemberg werden darüber hinaus ergänzende Hinweise zur wegweisenden Beschilderung (HBR) des Landes erarbeitet, insbesondere auch betreffend die Instandhaltung und die Dokumentation. Bis dahin ist die Beachtung des Merkblattes zur wegweisenden Beschilderung der FGSV weiterhin wichtig – und zunächst auch ausreichend, um den Anforderungen des RadNETZ Baden-Württemberg zu entsprechen. 

Welche Ziele werden bei der Wegweisung auf dem RadNETZ angegeben?

Die Entwicklung des RadNETZes soll auch zur Harmonisierung der Zielangaben der Wegweisung beitragen. Für die Hauptziele sollen diese Angaben über die kommunalen Grenzen hinaus verbindlich werden, um eine Kontinuität der Zielangaben sicherzustellen. Die Hauptziele werden in einem Zielkatalog zusammengefasst und können bis zu 30 Kilometer entfernt sein. Bei Wegweisungsvorhaben, die kurzfristig durchgeführt werden, sollte als Hauptziel immer das jeweils nächste Mittelzentrum auf der Route verwendet werden.  

Wie wird die Wegweisung des RadNETZes dokumentiert?

In der Regel werden Wegweiser in einem teilweise elektronisch geführten Wegweisungskataster dokumentiert. Für das RadNETZ Baden-Württemberg wird ein solcher Kataster aktuell erstellt. Wegweisungsprojekte, die vorher im Zusammenhang mit dem RadNETZ durchgeführt werden, sollten bereits in passender Form dokumentiert werden. Kommunen oder Landkreise, die im Zuge des RadNETZes Wegweisung planen und ein Wegweisungskataster aufbauen möchten, sollten sich mit dem Ministerium für Verkehr (VM) bzw. dem RadNETZ-Dienstleister des VM abstimmen. So können Synergien optimal genutzt werden.

Ist es für eine Landesförderung relevant, ob eine Infrastrukturmaßnahme zum RadNETZ passt?

Wenn eine Baumaßnahme, die Bestandteil des RadNETZes ist, geplant wird, so ist das von Vorteil bei der Beantragung von Fördermitteln. Die Zugehörigkeit zum RadNETZ wird künftig ein wichtiges – wenn auch nicht das einzige – Kriterium zur Priorisierung von Maßnahmen im Rahmen der Förderung kommunaler Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur nach Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) sowie zum Bau von Radwegen an Landesstraßen darstellen.

Werden Landesradfernwege eingebunden?

Grundsätzlich wurden die 19 offiziellen Landesradfernwege im Bestand übernommen. Ihre Qualität wurde ebenfalls vollständig erhoben und ausgewertet, die Routenführung allerdings nicht grundsätzlich in Frage gestellt. Geplante Änderungen an der Routenführung der Landesradfernwege werden in Absprache mit den zuständigen Akteuren in die Planungen integriert.

Wie werden Radschnellwege berücksichtigt?

Für Radschnellwege gelten noch einmal erhöhte Qualitätsanforderungen. Ihre Einbindung in das RadNETZ Baden-Württemberg wird gesondert diskutiert.

Werden mit dem RadNETZ auch Verbindungen geschaffen, die Landes- und Bundesgrenzen überschreiten?

Auch grenzüberschreitende Anknüpfungspunkte wurden berücksichtigt. Im Rahmen des ersten Netzentwurfs wurden landes- und bundesüberschreitende Radverkehrsverbindungen geprüft. Zu den Informations-Veranstaltungen vor Ort wurden auch AkteurInnen benachbarter (Bundes-)Länder eingeladen.

Was sind die „Informations-Veranstaltungen vor Ort“ zum RadNETZ?

Die vom Land beauftragten Planungsbüros haben Treffen in den Landkreisen organisiert, um die Entwürfe zum RadNETZ vorzustellen und die Meinung der lokalen AkteurInnen dazu einzuholen. So wurde sichergestellt, dass die konkreten Bedürfnisse in den Städten und Kommunen berücksichtigt werden. Nähere Informationen dazu hier.

Wie detailliert ist das Datenmodell, das dem RadNETZ zugrunde liegt?

Das Datenmodell wird detaillierte Informationen zur Radverkehrsinfrastruktur, wie beispielsweise Streckentyp, Belag oder Knotenpunkttyp für das gesamte RadNETZ enthalten. Insgesamt werden 176 Merkmale auf Ausprägungen hin untersucht. Dabei werden auch bauliche Mängel erfasst, so dass Aussagen zum Ertüchtigungs- und Sanierungsbedarf gemacht werden können. Das Datenmodell ist auch abgestimmt mit dem Datenmodell im WebGIS der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW), das dem Radroutenplaner Baden-Württemberg zugrunde liegt.

Unterstützt das RadNETZ-Team auch die regionale und lokale Ebene in der Öffentlichkeitsarbeit?

Kommunikationsaktivitäten für RadNETZ-Maßnahmen der regionalen und lokalen Ebene werden auf verschiedene Weise unterstützt. Für nähere Informationen wenden Sie sich an die Kommunikationsstelle des Landes Baden-Württemberg zum RadNETZ (Kontakt: poststelle@vm.bwl.de, 0711 231-4)

Sind die Mindestmaße für gemeinsame Rad- und Gehwege nicht in vielen Fällen zu schmal?

Die Mindestbreiten insbesondere für das Zielnetz der Radfernwege sollen nicht als Regelbreiten verstanden werden. In vielen Fällen, insbesondere an Uferwegen mit großem Radverkehrsaufkommen, sind teilweise sogar größer Breiten zu empfehlen.

Sind Radfernwege nicht auch oft zugleich wichtige Alltagsverbindungen?

Vor allem im städtischen Bereich werden Radfernwege oft auch für Alltagswege genutzt. Ist dies der Fall, so sollte das mit den Planungsbüros des RadNETZes abgestimmt werden – denn dann sollten die Qualitätsstandards für Alltagverbindungen zur Anwendung kommen.

Noch Fragen?

In allen vier Regierungspräsidien des Landes (Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen) gibt es AnsprechpartnerInnen für den Radverkehr

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