Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Verkehrsminister Winfried Hermann und der Karlsruher Bürgermeister Michael Obert enthüllen anlässlich des Draistags eine Fahrradzählsäule.

Winfried Hermann MdL, Verkehrsminister:

„Mittelfristig wollen wir den Anteil des Radverkehrs an den zurückgelegten Wegen auf 20 % verdoppeln.”

Sicher mit dem Rad zur Schule

Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen ist ein besonderes Anliegen der baden-württembergischen Landesregierung und in der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg fest verankert. Das betrifft besonders den Bereich der selbständigen Mobilität – zum Beispiel auf dem Weg zur Schule. Bis zum Jahr 2020 sollen daher alle Schulwege in Baden-Württemberg sicherer werden.

Ein Meilenstein auf dem Weg zu sicheren Schulwegen ist die landesweite Bereitstellung des „Radschulwegplaners Baden-Württemberg” zum Beginn des Schuljahres 2016/17. Die landesweite Einführung des Verfahrens wird durch das Ministerium für Verkehr finanziert. An der Umsetzung sind weiterhin das Kultusministerium und das Ministerium für ländlichen Raum beteiligt. Die technische Bereitstellung und Weiterentwicklung der Planungssoftware erfolgt dabei durch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL). Damit nimmt Baden-Württemberg eine Vorreiterrolle bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit von Schulwegen und der Förderung einer eigenständigen Mobilität von Kindern und Jugendlichen ein.

Kernelement des neuen Planungsverfahrens ist ein webgestütztes Geoinformationssystem (WebGIS) welches eine Schulwegplanung von Schülern für Schüler ermöglicht. Die Grundidee: Schülerinnen und Schüler wissen selbst am besten, wo ihre Wege sicher sind und wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Daher sollen sie – in Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und der Schulleitung – das Radwegenetz im Umfeld ihrer Schule erfassen, beurteilen und Gefahrenpunkte oder Verbesserungsvorschläge in den Radschulwegplan der Kommune einbringen.

Einmalig ist auch die unkomplizierte Einbindung der Kommunen in den Planungsprozess. Diese sind per Erlass der Landesregierung gemeinsam mit den Schulen für die Erstellung der Radschulwegpläne verantwortlich. Auf der Internetseite des Radschulwegplaners-BW erhalten sie daher einen eigenen Zugang. Einer koordinierten Planung steht somit nichts entgegen!

Ausgehend vom Erlass können für Schulen und Kommunen folgende Aufgabenschwerpunkte abgeleitet werden:

  • Die Schulen übernehmen die Vorbereitung/ Durchführung der Datenerhebung (Erhebung der Radschulwege und Problemstellen).
  • Die Kommunen können über das Planungswerkzeug auf die erhobenen Daten der Schulen zugreifen, diese Auswerten und sie ggf. in ihr kommunales Geoinformationssystem integrieren. Auf dieser Grundlage können sie sichere Radrouten für ihr Gemeindegebiet ausweisen und den Radschulwegplan offiziell herausgeben. Darüber hinaus sind sie für die anschließende Problemstellenbehebung verantwortlich.

Für eine erfolgreiche Planung ist neben diesen Hauptakteuren auch die Einbindung weiterer Akteure wie Eltern und Polizei erforderlich. Bewährt hat sich eine koordinierte Planung mit gut vernetzten Akteuren, z. B. durch die Gründung einer speziellen Projektgruppe. Hilfreiche Tipps rund um den Planungsprozess gibt der Leitfaden der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), der speziell für Laien entwickelt wurde.

Gerade in der Einführungsphase kommen häufig Fragen zur Herangehensweise auf. Besonders Kommunen müssen ihre Rolle im Planungsverfahren erst finden. Daher wurde begleitend zur landesweiten Bereitstellung des Radschulwegplaners, eine Beratungs- und Koordinierungsstelle bei der NVBW – Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, eingerichtet. Hier werden in Kürze auch allgemeine Informationen zum Radschulwegplaner entwickelt und zum Download bereitgestellt. Ein regelmäßiger Besuch der Internetseite lohnt sich also.

Um das Planungsverfahren besser zu verstehen, reicht manchmal ein Blick auf Kommunen, deren Planung bereits abgeschlossen und gut dokumentiert ist. Ein gutes Beispiel für eine gelungene Radschulwegplanung bieten die Ellentalgymnasien in Bietigheim-Bissingen. Hier wurden bereits 2012 mit einer frühen Version des WebGIS-Tools Radschulwegpläne erstellt. Mehr Informationen zum Radschulwegplan der Ellentalgymnasien in Bietigheim-Bissingen gibt es hier.

Unter dem Menüpunkt "Sicherheit" finden Sie mehr Informationen zum Thema Radfahren und Verkehrssicherheit in Baden-Württemberg.

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Link zum neuen WebGIS

https://radschulwegeplan.lgl-bw.de

Noch Fragen?

Günter Rasch, Ansprechpartner der Beratungs- und Koordinierungsstelle Radschulwegplan bei der NVBW:
Tel.: 0711  23991–195, rasch@nvbw.de