Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Verkehrsminister Winfried Hermann und der Karlsruher Bürgermeister Michael Obert enthüllen anlässlich des Draistags eine Fahrradzählsäule.

Winfried Hermann MdL, Verkehrsminister:

„Mittelfristig wollen wir den Anteil des Radverkehrs an den zurückgelegten Wegen auf 20 % verdoppeln.”

Neu auf dem Rad

Informationen für Flüchtlinge und Migranten: Sicher auf dem Rad und im Straßenverkehr

Viele Migranten und Flüchtlinge, aber auch Austauschschüler- und Studenten kommen aus Ländern wo, Fahrräder Luxusgüter sind oder es schlicht zu gefährlich ist, durch die Stadt zu radeln. Dabei bedeutet selbstbestimmte Mobilität gerade für Flüchtlinge und junge Leute ohne gültigen Führerschein ein Stück Freiheit.

Auch wenn sie ohne Rad unterwegs sind: Wenn Menschen aus anderen Ländern zu uns kommen fehlt es oft an Grundkenntnissen zu den hiesigen Verkehrsregeln. Daher haben verschiedene Akteure in Deutschland mehrsprachige Informationen zur Verkehrssicherheit entwickelt, bieten Radfahrschulen an oder bauen Selbsthilfewerkstätten in Flüchtlingsunterkünften auf.

Mehrsprachige Information

Nicht alle Straßenschilder sind selbsterklärend und manche Verkehrsregel wie "rechts vor links" sind Neuankömmlingen meist unbekannt. Deutschlandweit haben daher verschiedene Akteure mehrsprachige Flyer, Plakate und Broschüren entwickelt, die kostenfrei zum Download zur Verfügung stellen. Hier finden Sie einen Überblick über die Angebote. Falls Sie auch eine Information zur Verkehrssicherheit entwickelt haben oder ein gutes Beispiel kennen melden Sie sich gerne bei uns (redaktion@fahrradland-bw.de)

  • Die Polizei BW hat im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion "Gib Acht im Verkehr" Plakate sowie eine Power-Point-Präsentation entwickelt, auf denen die wichtigsten Regeln für Radfahrer und Fußgänger in vier Sprachen (deutsch - englisch - französisch - arabisch) zusammengefasst sind. Die Downloads dürfen uneingeschränkt genutzt werden. Die Vordrucke finden Sie hier.
  • Der Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) bietet im Projekt "German Road Safety" in Kooperation mit UKBG, Verkehrswacht und GDV mehrsprachige Broschüren zur Verkehrssicherheit an. Alle Broschüren können kostenfrei runtergeladen und in gedruckter Form bestellt werden. Entwickelt werden nach und nach Broschüren in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Paschtu, Französisch, Tigrinisch, Albanisch und Kurdisch. Kontakt und Bestellung über: germanroadsafety@dvr.de
  • Der Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW) geben ebenfalls einen Leitfaden zur Durchführung spezieller Fahrradtrainings für Geflüchtete und Zugewanderte heraus. Der Leitfeden enthält je vier Theorie- und Praxismodule, umfasst wichtige englische Fachbegriffe und gibt Lernziele sowie einen Zeitrahmen vor. 14 Arbeitsblätter samt Lösungsbögen auf Deutsch und Englisch komplettieren das Seminarkonzept.
  • Der ADFC hat im Rahmen seiner Flüchtlingsarbeit Flyer zu den gängigen Verkehrsregeln erstellt. Die Flyer können vervielfältigt und verteilt werden. Erhältlich sind die Sprachen: Albanisch, Arabisch, Deutsch, Englisch, Farsi, Französisch, Italienisch, Russisch, Spanisch und Tigrinja.
  • Der Filmclub Solingen hat gemeinsam mit der Verkehrswacht und der Polizei Solingen einen Film über das richtige Radfahren im deutschen Straßenverkehr produziert. Der Film soll mit möglichst wenig Sprache auskommen, also selbst erklärend sein. Übersetzung gibt es bislang in Vietnamesisch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi und Deutsch mit Untertiteln.
  • Die  Verkehrswacht Grafschaft Bentheim e.V. hat in Kooperation mit dem Landkreis Grafschaft Bentheim und der Polizei Nordhorn einen Film erstellen lassen, der Flüchtlingen die grundlegenden deutschen Verkehrsvorschriften näher bringen soll. Die Macher hoffen, dass der Film "sicher. an(ge)kommen!", der in den Sprachen Arabisch, Dari, Urdu und Englisch synchronisiert wurde, über die zahlreichen Flüchtlingshelfer verbreitet wird.

 

 

Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt

Viele Menschen in Baden-Württemberg haben schon Räder an Asylsuchende gespendet. Damit die vielen Fahrradspenden auch wieder fahrtüchtig werden betreibt der Freundeskreis Flüchtlinge Plieningen-Birkach eine kleine Fahrradwerkstatt auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft „Im Wolfer“. Hier helfen Ehrenamtliche wie Thomas Plagemann den Geflüchteten ihr Fahrrad zu reparieren. So geben sie ihr Wissen rund um Fahrradreparatur weiter und bieten ganz nebenbei einen Ort zum Treffen und Austauschen.

 

Kontakt

AG Fahrrad beim Freundeskreis Flüchtlinge Plieningen-Birkach

Thomas Plagemann

Tel. 0711-456 97 11

tom.plagemann@gmail.com

Radeln mit Asylbewerbern

Der ADFC München hat seine praktischen Erfahrungen zum Thema "Radeln mit Asylbewerbern" zusammengefasst:

1. Kontakt zur Verwaltung des Asylbewerberheims aufnehmen, um Bedarf zu klären. Faustregel: Meist sind es vor allem Männer zwischen 20 und 30 Jahren, also werden wenig Damen- und Kinderräder gefragt

2. Wenn möglich innerhalb lokaler, sozialer Einrichtung (z.B. Familienzentrum, Helferkreis) Arbeitsgruppe „Radeln“ einrichten

3. Mit Verwaltung abklären:

  • wo kann man die Räder lagern?
  • wie wird die Ausgabe an Asylbewerber organisiert  (Verkauf, mit Pfand, Ausgabeliste oder Radlpass)
  • feste Zuordnung oder täglich neue Ausgabe?

4. Lokale Presse informieren. Hier bietet sich an einen (Rad)Spenden- und Helferaufruf einzubringen.

5. Termin zur Anlieferung der Räder (z.B. Sa 9-11 Uhr) ankündigen und mit Verwaltung abstimmen. Des Weiteren:

  • Räder mit Klebeband kennzeichnen (hell, wasserfest) und mit wasserfestem Stift beschriften (Radnummer und Adresse des Wohnheimes)
  • Liste der Räder anlegen, Zustand und Reparaturbedürftigkeit vermerken
  • einfache Reparaturen sofort durchführen, wenn möglich zusammen mit Asylbewerbern ( hier bietet sich auch eine Selbsthilfewerkstatt an)

6. Regelmäßige Reparaturtermine mit lokalen Helfern abstimmen und organisieren. Minimum 300€ bereitstellen für Reparaturmaterial (Helferverein, Träger der Einrichtung, Spenden)

7. Verkehrsschulung abhalten. Eine Übersicht an mehrsprachige Plakaten, Broschüren und Flyern gibt es hier

8. Einfache, kleine Touren anbieten um gemeinsam die Umgebung zu erkunden (Einkaufen, Parks, S-Bahn). Später nach Bedarf und Können auch längere Touren.

 

Danke an Waltraud und Helmut Schweiger für die Zusammenstellung. Die Liste als pdf gibt es hier

Radfahrschule

Nicht nur Neuankömmlinge tun sich schwer auf zwei Rädern. Manche Austauschstudenten und Erwachsenen hierzulande sind ebenfalls unsicher, wenn es ums Radfahren geht. Daher bietet der ADFC Radfahrschulen für Erwachsene. Alle Infos gibt es beim ADFC Bundesverband unter www.adfc-radfahrschule.de

 

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Begleitforschung

Titel Endbericht Begleitforschung zur Initiative RadKULTUR Baden-Württemberg

In einer ausführlichen Studie hat das Wuppertal-Institut die Wirkung der Initiative RadKULTUR untersucht. (Download, 3,6 MB). Hier geht es zur Kurzfassung.