Fahrradmanagement Baden-Württemberg
Von November 2006 bis Dezember 2008 haben auf Einladung des damaligen Staatssekretärs Rudolf Köberle MdL alle Akteure auf dem Gebiet des Fahrradverkehrs aus Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung am „Runden Tisch Radverkehr Baden-Württemberg“ im Konsens umfangreiche Handlungsempfehlungen zur Förderung des Radverkehrs in Baden-Württemberg ausgearbeitet. Kernstück der Handlungsempfehlungen war der zwischenzeitlich abgeschlossene Aufbau eines systematischen und integrierten Fahrradmanagements.
Um die verschiedenen Maßnahmen des Fahrradmanagements aufzubauen und die Koordination der gesamten Radverkehrsförderung des Landes zu optimieren, wurde im Mai 2009 der Fahrradmanager des Landes eingesetzt. Mit diesen Aufgaben ist der Leiter des Referats „Grundsatzfragen der Verkehrspolitik, Radverkehr, Haushalt“ beim Ministerium für Verkehr und Infrastruktur betraut. Seit dem Regierungswechsel 2011 ist Herr Minister Winfried Hermann für den Radverkehr zuständig.
Bereits im September 2008 wurde die Geschäftsstelle Umweltverbund des Landes bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH eingerichtet. Die Geschäftsstelle Umweltverbund unterstützt und berät den Fahrradmanager bei den Aufgaben des Fahrradmanagements und bei sämtlichen Fragen der Radverkehrsförderung sowie bei der Optimierung der Verknüpfung der beiden umweltverträglichen Verkehrsträger Fahrrad und öffentlicher Personennahverkehr.
Ein herausragender Meilenstein beim Aufbau des Fahrradmanagements war am 18. Mai 2009 die Gründung des Landesbündnisses ProRad. Damit wurde erstmals in Deutschland auf Landesebene ein Forum ins Leben gerufen, bei dem sich hochrangige Vertreter der Landtagsfraktionen, verschiedener Ministerien, der kommunalen Landesverbände, die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände, Interessenverbände, ÖPNV-Unternehmen, der Zweirad-Industrie-Verband, der AOK-Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart mit dem Ziel einer intensiven Förderung des Radverkehrs zusammengeschlossen haben. Aktuelle Informationen zum Landesbündnis ProRad sowie die Vorträge und Impressionen des Gründungskongresses finden Sie hier.
Um die Kooperation unter den Kommunen und zwischen Land und Kommunen sowie die Kompetenzen auf kommunaler Ebene zu stärken, haben sich im März 2009 17 Städte und zwei Landkreise zusammengeschlossen, um ein kommunales Netzwerk, die „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg“ (AGFK-BW) in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins zu gründen. Im sogenannten Gründungskreis, der vom zuständigen Ministrium begleitet und von der Geschäftsstelle Umweltverbund moderiert wurde, wurden die grundlegenden Strukturen des Vereins, wie Ziele, Handlungsfelder, Vereinssatzung, Aufnahmekriterien und Finanzierung ausgearbeitet. Die offizielle Gründung der AGFK-BW fand am 4. Mai 2010 statt. Das Land Baden-Württemberg betrachtet die AGFK-BW neben dem Landesbündnis ProRad als zweite tragende Säule des Fahrradmanagements und unterstützt das kommunale Netzwerk daher maßgeblich. Weitere Informationen zur AGFK-BW finden Sie hier.
Ein zentrales Anliegen des Fahrradmanagements ist zudem die Optimierung der Verknüpfung der umweltfreundlichen Verkehrsträger Fahrrad und Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) im Umweltverbund. Daher hat sich die Landesregierung bewusst dafür entschieden, die Geschäftsstelle Umweltverbund bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH einzurichten. Die Optimierung der Schnittstellen beider Verkehrsträger an den Haltestellen und Bahnhöfen durch Bike+Ride, die Verbesserung der Fahrradmitnahmesituation im ÖPNV und auch die Verknüpfung beider Verkehrsträger durch öffentliche Leihfahrradsysteme sollen somit besser erreicht werden. Denn nur als Partner können sowohl Bus und Bahn wie auch das Fahrrad ihre Potenziale voll ausschöpfen.
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