Radverkehr in Baden-Württemberg
Radfahren liegt im Trend und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nicht nur der Fahrradtourismus boomt. Auch im täglichen Stadtverkehr erkennen immer mehr Menschen in Baden-Württemberg die praktischen Vorteile des umweltfreundlichen Verkehrsmittels und steigen aufs Rad. Denn gerade im Kurzstreckenbereich bis zu fünf Kilometern, in dem sich 60 % aller Autofahrten bewegen, ist das Fahrrad meist nicht nur flexibler als das Auto, sondern häufig auch schneller.
Doch nicht nur für die Verkehrsteilnehmer kann das Fahrrad einen hohen Nutzwert leisten, sondern auch insgesamt für die Gesellschaft. Das Umweltbundesamt schätzt beispielsweise, dass durch eine Verdopplung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehr in Deutschland etwa 7,5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. Auf Baden-Württemberg übertragen entspricht das ungefähr 1 Mio. Tonnen der jährlichen Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus ist das Fahrrad ein sehr kostengünstiges Verkehrsmittel, das nicht nur in Anbetracht steigender Energiepreise und damit verbunden steigender Mobilitätskosten weiter an Attraktivität gewinnen wird. Für die öffentliche Hand ist das Fahrrad aufgrund der vergleichsweise günstigen Infrastrukturkosten ein höchst wirtschaftliches Verkehrsmittel.
In den Gemeinden und Städten Baden-Württembergs kann das Fahrrad außerdem einen deutlichen Beitrag zur Verkehrsentlastung leisten. Da es nur sehr wenig Platz in Anspruch nimmt und keinen Lärm verursacht, kann es zudem erheblich zur Steigerung der städtischen Lebensqualität beitragen. Ganz nebenbei fördert das Radfahren auch die Gesundheit. Denn das alltägliche Radfahren wirkt Bewegungsmangel und den damit verbundenen Volkskrankheiten entgegen. Es ist statistisch nachgewiesen, das Radfahrer gesünder sind und am Arbeitsplatz bis zu 50 Prozent weniger krankheitsbedingte Fehlzeiten aufweisen.
In vielen Städten Baden-Württembergs werden bereits 15 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Freiburg, Heidelberg, Tübingen oder Offenburg sind mit einer Wegeleistung von teilweise über 25 Prozent inzwischen echte „Fahrradhochburgen“. Allerdings sind die regionalen Unterschiede groß. Verschiedenen Schätzungen zufolge können ohne Weiteres 15-30 % der Autofahrten auf das Fahrrad verlagert werden.
Das Potenzial des Radverkehrs ist in Baden-Württemberg noch lange nicht ausgeschöpft. Die Landesregierung will deshalb den Radverkehr deutlich stärken und noch weiter voranbringen. Dazu soll in den kommenden Jahren für ein fahrradfreundlicheres Mobilitätsklima gesorgt werden, der Radverkehrsanteil verdoppelt, die Fahrradinfrastruktur optimiert und die Verkehrssicherheit der Radfahrer stetig verbessert werden.
Wie die Landesregierung diese Ziele erreichen möchte, sehen Sie auf den folgenden Seiten:



