Ratgeber „FahrRad und Schule!“ - Ein Meilenstein für den Schülerradverkehr
Der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, hat am Montag, 1. März, im Stuttgarter Rathaus den Ratgeber „FahrRad und Schule!“ vorgestellt. Er übergab je einen Ordner an Vertreter ausgewählter Schulen und an Lutz Rasemann, Projektgruppenleiter für Verkehr und Mobilität am Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg.
Seit 2005 fördert die Stadt Stuttgart mit zahlreichen, sich ergänzenden Projekten die Fahrradnutzung an den weiterführenden Schulen. Die Landeshauptstadt nimmt damit eine Vorreiterrolle bei der Förderung des Schülerradverkehrs ein.
„Die Förderung der Radnutzung im Kindes- und Jugendalter ist uns ein großes Anliegen“, sagte Bürgermeister Hahn. „Das Fahrrad bietet dieser Altersgruppe eine großartige Möglichkeit zur selbstbestimmten Mobilität – die ‚Kids’ haben Lust am Radfahren. Dafür ist die Radverkehrsförderung an den Schulen mit dem Schwerpunkt Sicherheit ein wichtiger Einstieg.“
Die Stuttgarter Schülerbefragung des Statistischen Amts in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Schulen und dem Arbeitskreis „Kinder, Rad und Sport“ im Jahr 2005/2006 ist die Grundlage für eine systematische und wissensbasierte Fahrradförderung an den Schulen. Anhand der erhobenen Daten werden seit 2007 – unter Leitung des Amts für Stadtplanung und Stadterneuerung – Schulen ausgesucht, an denen die Radverkehrsinfrastruktur optimiert wird.
In den vergangenen Jahren wurden in den Stadtbezirken Vaihingen, Bad Cannstatt und Stuttgart-West die Fahrradinfrastruktur auf den Schulhöfen und im Umfeld der Schulen verbessert. An insgesamt neun Schulen konnten so etwa 50 Vorhaben im Wert von rund 270 000 Euro realisiert werden. Im Doppelhaushalt 2010/2011 wurden vom Gemeinderat weitere 400 000 Euro für die Weiterführung des Projekts „Rad und Schule“ zur Verfügung gestellt.
„Nach der Verleihung des Deutschen Fahrradpreises ‚best-for-bike’ ist dies eine weitere große Auszeichnung für unser Projekt“, sagte Verkehrsplanerin Susanne Scherz. „Zusammen mit dem Stuttgarter Radforum haben wir nun Schulen in Zuffenhausen, Weilimdorf, Untertürkheim sowie Schulen im Stuttgarter Westen ausgesucht, an denen wir das Projekt ‚Rad und Schule’ fortsetzen wollen.“
Neben der Schaffung einer fahrradfreundlichen und sicheren Infrastruktur ist es wichtig, dass die Lehrkräfte an den Schulen um die Möglichkeiten der Radverkehrsförderung wissen. Bei den Arbeiten mit dem Stuttgarter Radforum stellte sich heraus, dass bereits zahlreiche Projekte zur Radverkehrsförderung existieren – die Schulen über das Angebot aber nicht ausreichend informiert waren. Daher hat die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Radforum den Ratgeber „FahrRad und Schule!“ erarbeitet, der nun als Ordner allen weiterführenden Schulen in der Stadt zur Verfügung gestellt wird.
„Die Besonderheit dieses Ordners besteht nicht nur in der umfassenden und systematischen Aufbereitung der Tipps und Projektideen“, betonte Bürgermeister Hahn. „Von größerer Bedeutung und einmalig ist, dass sich die Partner des Stuttgarter Radforums bereit erklärt haben, den Schulen als Ansprechpartner bei der Projektumsetzung zur Verfügung zu stehen.“ Bei den meisten der 26 Projektideen ist auch mindestens ein Ansprechpartner benannt. Der Ordner ist zudem als Arbeitsmedium konzipiert. „So gibt es ausreichend Platz für die eigenen Projekte der Schulen oder weitere Unterlagen.“
Die Projektideen sind im Ratgeber zudem nach ihrem Aufwand bewertet, so dass die Schulen auch bei eingeschränkten finanziellen und personellen Möglichkeiten Ideen zur Radverkehrsförderung finden. „Der Ordner ist eine hervorragende Hilfestellung für Schulen“, sagte Lutz Rasemann vom Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik Baden-Württemberg. „Für Schulen, die sich bisher nicht intensiv mit der Fahrradförderung beschäftigt haben, bietet er einen guten Anreiz hier mehr zu machen. Mit den Handlungsempfehlungen des ‚Runden Tisches Radverkehr Baden-Württemberg’ wurde unter der Zielsetzung ‚Baden-Württemberg auf dem Weg zum Fahrradland Nr. 1’ die Radverkehrsförderung an Schulen ausdrücklich als Themenschwerpunkt aufgenommen.“ Die Kultusministerkonferenz empfiehlt zudem, nachhaltige Mobilitätserziehung stärker in den Schulalltag zu integrieren. „Vor diesem Hintergrund und da wir um die Auslastung der Lehrkräfte an den Schulen wissen, begrüßen wir es sehr, dass die Stadt Stuttgart einen alltagstauglichen und inspirierenden Ratgeber für die schulische Radverkehrsförderung erarbeitet hat.“
Ab Anfang März wird der Ordner „FahrRad und Schule!“ an den weiterführenden Schulen in Stuttgart verteilt. Für Interessierte ist der Ordner auch auf der Homepage der Stadt Stuttgart zum Download bereitgestellt.
Der Arbeitskreis „Sicherheit und Schülerradverkehr“ des Stuttgarter Radforums plant indes weitere Aktivitäten. So will sich der Arbeitskreis verstärkt um die Helmnutzung sowie die Fahrradnutzung von Jugendlichen – auch außerhalb der Schulen – kümmern.
„Unser besonderer Dank“, so Bürgermeister Hahn, „gilt bei diesem wichtigen Thema zwei Personengruppen: den Lehrkräften an den Schulen, die als Multiplikatoren den Kindern und Jugendlichen die Vorteile des Fahrrads nahe bringen können und den Partnern des Stuttgarter Radforums, die mit ihrem gemeinschaftlichen Engagement dem Radfahren so viel Gewicht verschafft und wertvolle Projekte initiiert haben.“


