Radfahrausbildung der Jugendverkehrsschulen
Das Fahrrad ist das meistgenutzte Fahrzeug auf dem Schulweg und daher ein wichtiger Baustein eines kinder- und jugendfreundlichen Mobilitätskonzepts. Jubiläum der Verkehrswacht Württembergisches Allgäu und der Jugendverkehrsschule Kißlegg e.V. - Staatssekretär Rudolf Köberle: "Verkehrswacht und Jugendverkehrsschule leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit auf den Straßen im Land"
"Aufklären und sensibilisieren, verstetigen und konsequent handeln sind die Erfolgsfaktoren der Verkehrssicherheitsarbeit in Baden-Württemberg. Die Verkehrswacht Württembergisches Allgäu und die Jugendverkehrsschule Kißlegg leisten dazu seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag. Dafür danke ich ganz herzlich und gratuliere zum Doppeljubiläum." Das sagte Staatssekretär Rudolf Köberle am Samstag, 10. Oktober 2009, beim Festakt zum 55-jährigen Bestehen der Verkehrswacht Württembergisches Allgäu e.V. und dem 20-jährigen Jubiläum der Jugendverkehrsschule in Kißlegg.
Ohne die seit vielen Jahren praktizierte enge und gute Zusammenarbeit des Landes mit der Landesverkehrswacht Baden-Württemberg sowie der örtlichen Polizei mit den Orts- und Kreisverkehrswachten und allen weiteren Beteiligten seien die Erfolge in der Verkehrssicherheitsarbeit nicht möglich. Die Verkehrswachten seien ein unersetzlicher Partner bei der landesweiten Verkehrsaufklärungsaktion GIB ACHT IM VERKEHR. Die Aktion Sicherer Schulweg zum Schuljahresbeginn oder die gemeinsame Kampagne Schüler-FAIR-kehr seien Beispiele für die vielen gemeinsamen Aktivitäten.
Das Ziel der Landesregierung sei es, die Erfolge der vergangenen Jahre zu festigen und vor allem die Zahl der Verkehrstoten weiter zu verringern. Im letzten Jahr hätten immer noch 551 Menschen auf den Straßen in Baden-Württemberg ihr Leben verloren. Das sei zwar ein historischer Tiefststand, trotzdem bleibe die Vermeidung von Verkehrsunfällen und damit die Steigerung der Verkehrssicherheit weiterhin eine große Herausforderung.
Die Verkehrswacht habe die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer im Blick. Sie sei vor Ort ein idealer Partner, der mit Sachverstand und großem Einsatz tätig sei. "Wir sind froh, dass wir ein flächendeckendes Netz von Verkehrswachten in Baden-Württemberg haben", so Köberle. Verkehrssicherheit könne nur das Ergebnis einer Gemeinschaftsleistung von Staat und Gesellschaft sein. Der Staat habe die Regeln aufzustellen, diese zu überwachen und für einen sicheren Bau und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur zu sorgen. Die Landesregierung sei sich dieser Aufgabe bewusst und unterstütze auch in der Region eine Reihe von Straßenbauprojekten.
Neben dem Ausbau des Straßennetzes seien die Beseitigung von Unfallschwerpunkten und der Bau von Radwegen weitere zentrale Anliegen des Landes. Das Fahrrad sei das meistgenutzte Fahrzeug auf dem Schulweg und daher ein wichtiger Baustein eines kinder- und jugendfreundlichen Mobilitätskonzepts. "Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, Fahrradland Nr. 1 in der Bundesrepublik zu werden. Dazu soll der Radverkehrsanteil verdoppelt, die Fahrradinfrastruktur optimiert und ein noch fahrradfreundlicheres Mobilitätsklima geschaffen werden. Ferner soll die Verkehrssicherheit der Radfahrer stetig verbessert werden", sagte Köberle. Die Radfahrausbildung der Jugendverkehrsschulen sei ein Kernelement der Verkehrssicherheitsarbeit für Kinder. In Baden-Württemberg gebe es insgesamt 61 mobile und 57 stationäre Jugendverkehrsschulen. Weit überwiegend würden diese Einrichtungen von den Orts- und Kreisverkehrswachten betrieben und unterhalten. Einen kleinen Teil der Aufwendungen trage auch das Land, indem es Zuschüsse für den Bau oder die Renovierung solcher Anlagen oder die Anschaffung von Fahrzeugen gewähre. "Das wollen wir auch beibehalten", betonte Köberle.
Die Radfahrausbildung sei ein sehr gutes Beispiel dafür, wie die Institutionen Schule und Polizei ein kompaktes und eng aufeinander abgestimmtes Programm landesweit und flächendeckend erfolgreich umsetzten. Während die Schule die theoretischen Grundlagen bei den Kindern schaffe, erfolge die Praxisausbildung in den mobilen oder stationären Jugendverkehrsschulen durch die Polizei. Etwa 250 Polizisten würden dabei landesweit wertvolle Arbeit leisten. Im vergangenen Schuljahr hätten in Baden-Württemberg über 113.000 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen diese Fahrradschulung absolviert. Die Jugendverkehrsschulen im Landkreis Ravensburg seien besonders beispielhaft: In 171 Klassen hätten über 3.200 Kinder teilgenommen, wobei insgesamt 96 Prozent erfolgreich gewesen wären und den begehrten "Fahrradführerschein" erhalten hätten.
Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg am 10.10.2009


