Durch Verhaltensänderungen haben Autofahrer in Karlsruhe   17 Millionen Pkw-Kilometer eingespart

Kampagne des Bundesumweltministeriums überzeugte Karlsruher Autofahrer, bei kurzen Strecken zu Fuß zu gehen oder das Fahrrad zu nutzen

17 Millionen Pkw-Kilometer haben Autofahrer in Karlsruhe innerhalb weniger Monate eingespart, indem sie auf Kurzstrecken zu Fuß gingen oder mit dem Fahrrad fuhren. Die Autofahrer folgten dem Aufruf der Kampagne des Bundesumweltministeriums (BMU) „Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken.“. Sie sorgten dafür, dass Karlsruhe bis jetzt 4.067 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart hat. Diese Ergebnisse sind Teil einer Untersuchung des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie (WI), das mit Hilfe einer repräsentativen forsa-Befragung die Wirkung der Kampagne in den Modellstädten Bamberg, Dortmund, Halle an der Saale und Karlsruhe ermittelt hat.

Karlsruhe ist Spitzenreiter
„Die Kampagne „Kopf an: Motor aus“ konnte in den vier Kampagnenstädten 2009 mehr als 200.000 Menschen dazu bewegen, ihr Verhalten zu ändern“, sagt Michael Adler, Geschäftsführer der Projektagentur fairkehr aus Bonn, die die Kampagne gemeinsam mit der Agentur Velokonzept aus Berlin umsetzt.
In Karlsruhe stiegen besonders viele Menschen aufs Rad und auf die eigenen zwei Füße um: Fast 30 Prozent derjenigen, die sich an die Kampagne erinnerten, gaben an, ihr Kurzstreckenverhalten verändert zu haben. Damit belegt Karlsruhe Platz eins im Städtevergleich. Dieser Spitzenplatz ist auch darauf zurückzuführen, dass sich in Karlsruhe offensichtlich gut aufs Auto verzichten lässt: Weit mehr als die Hälfte der Bürger in Karlsruhe (57 Prozent) sind mit ihrem Rad- und Fußwegenetz zufrieden und 63 Prozent wissen auch das Angebot des örtlichen Personennahverkehrs zu schätzen.

Bundesweit hochgerechnet
Rechnet man die Ergebnisse aus den vier Modellstädten 2009 bundesweit hoch, könnten jährlich 3,8 Milliarden Pkw-Kilometer in unseren Städten durch mehr Radfahren und Zufußgehen vermieden werden. Ohne technische Entwicklungskosten und lange Vorlaufzeiten würden pro Jahr in Deutschland etwa 350 Millionen Liter weniger Sprit verbraucht und knapp 1 Million Tonnen CO2  eingespart. Das ist nicht nur gut fürs Klima sondern auch für die Gesundheit: Mehr Fuß- und Radverkehr bedeutet weniger Lärm und sauberere Luft in den Städten.

Viel Wirkung für wenig Geld
„Für eine Kampagne, die auf die Veränderung alltäglicher Routinen zielt, sind das in so kurzer Zeit sensationell gute Werte“, sagt der Werbeexperte Jochen Pläcking, ehemaliger Werbeleiter von Mercedes Benz und Mitglied im Expertenforum der „Kopf an“-Kampagne. Die erstaunlichen Ergebnisse kamen mit verhältnismäßig wenig Geld zustande: Die von der Klimaschutzinitiative des BMU finanzierte Kampagne benötigte lediglich 88 Euro, um eine Tonne CO2 einzusparen. Eine Studie von McKinsey&Company aus dem Jahr 2007 belegt, dass dies für den Verkehrsbereich ein sehr günstiger Wert ist. So ermittelte McKinsey, dass zum Beispiel die Einsparung von CO2 durch die Hybridisierung von Pkw-Antrieben bis zu 4.500 Euro pro Tonne CO2 kostet.
Derzeit läuft die Kurzstrecken-Kampagne in Berlin, Braunschweig, Freiburg, Herzogenaurach und Kiel. Karlsruhe setzt „Kopf an: Motor aus“ mit einem eigenen Budget fort.

Weitere Informationen unter www.kopf-an.de

Pressekontakt
Kathrin Voskuhl
fairkehr GmbH
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