Tanja Gönner gibt landesweiten Radroutenplaner in Auftrag

Ab dem Jahr 2011 können Radrouten im Land interaktiv am Bildschirm geplant werden. Verknüpfung von Fahrrad und Bahn soll verbessert werden.

Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner hat die Entwicklung eines Radroutenplaners für Baden-Württemberg in Auftrag gegeben. Die Menschen wollen ihre Mobilität immer flexibler organisieren. Sie wollen die Verkehrsmittel nach ihren Wünschen und Bedürfnissen optimal einsetzen und sie intelligent kombinieren. Die Verfügbarkeit von Mobilitätsinformationen wird im Informationszeitalter daher immer wichtiger. Bei Reisen mit dem eigenen Auto oder mit der Bahn ist die Reiseplanung am Computer längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir wollen die modernen Informationsmedien nun auch für das Fahrrad erschließen, sagte Ministerin Gönner heute (2. Juli 2010) in Stuttgart. Der neue Radroutenplaner solle ab 2011 zur Verfügung stehen. Die Entwicklungskosten beliefen sich auf circa 150.000 Euro. Hinzu komme ab kommendem Jahr der Pflegeaufwand für den Radroutenplaner. Das Geld sei gut angelegt, denn ab dem nächsten Jahr könnten landesweit Radfahrten zur Schule, zum Arbeitsplatz und zum Einkaufen, aber auch genüssliche Radtouren am Wochenende oder im Urlaub bequem am eigenen Bildschirm zu Hause oder unterwegs im Internetcafé geplant werden.

Mit dem Radroutenplaner wollen wir das Radfahren attraktiver machen und noch mehr Menschen für das Radfahren begeistern. Ohnehin liegt Fahrradfahren im Trend und wird als Baustein einer modernen und umweltfreundlichen Mobilität immer wichtiger, sagte die Ministerin. Nicht nur der Fahrradtourismus boome, sondern auch im Alltag nutzten immer mehr Menschen das Fahrrad. Nach aktuellen Studien habe der Radverkehr deutschlandweit um 17 Prozent zugenommen. Gerade auf Kurzstrecken bis zu fünf Kilometern sei das Fahrrad ein unschlagbar schnelles und flexibles Verkehrsmittel.

Mit dem Radroutenplaner wollen wir auch eine bessere Verknüpfung von Rad und Bahn ermöglichen und damit die Stärken dieser beiden umweltfreundlichen Verkehrsmittel stärker zur Geltung bringen, sagte Gönner. Geplant sei die Verknüpfung des Radroutenplaners mit der elektronischen Fahrplanauskunft des Landes, EFA-BW. Durch die technische Verbindung beider Systeme werde der Radroutenplaner für die kombinierte Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Personennahverkehr (ÖPNV) sehr reizvolle Optionen bieten.

Information für die Medien:
Dem Nutzer des Radroutenplaners steht ab kommendem Jahr eine adressscharfe Routenplanung mit beliebigen Start-, Ziel- und Zwischenpunkten zur Verfügung. Er kann unterschiedliche Kriterien der Routensuche, wie zum Beispiel die schnellste, die attraktivste oder die sportlichste Strecke, vorgeben und wird dabei sicher über das Radwegenetz oder für Radfahrer zugelassene Wege geroutet.

In der Kartenausgabe werden auch Hintergrundinformationen zu sogenannten Points of Interest (POI) zur Verfügung stehen. Neben öffentlichen Einrichtungen, Gastronomiebetrieben und Sehenswürdigkeiten sollen alle Bahnhöfe und Haltepunkte in Baden-Württemberg, Fahrradabstellanlagen, Standorte öffentlicher Leihfahrradsysteme und Fahrradvermietungen in das Informationssystem einbezogen werden. Außerdem werden in den Kartenausgaben für Bahnhöfe und Haltepunkte der öffentlichen Nahverkehrsnetze die nächsten Abfahrten von Bus und Bahn hinterlegt und per Klick auf die gewünschte Haltestelle angezeigt.

Beim Routing selbst wird es möglich sein, einen Weg teils mit dem Fahrrad, teils mit dem ÖPNV zu planen. Dabei werden sowohl alle bestehenden Fahrradmitnahmemöglichkeiten im ÖPNV als auch die Option Bike+Ride mit dem eigenen Fahrrad oder einem öffentlichen Leihfahrrad berücksichtigt. Bei der Berechnung solcher kombinierter Wegeketten wird der Radroutenplaner selbstständig den optimalen Einstiegspunkt in das Rad- oder das ÖPNV-Netz vorschlagen. Eine einfache und übersichtliche Navigation, weitgehende Barrierefreiheit sowie schnelle Routenberechnung und Kartenaufbau sollen eine möglichst hohe Nutzerfreundlichkeit garantieren. Mit diesen umfänglichen Funktionalitäten wird die Verknüpfung von Fahrrad und ÖPNV im Sinne des Umweltverbundes optimal hergestellt.

Um einen qualitativ hochwertigen Informationsgehalt sicherzustellen, ist eine landesweite Zusammenarbeit mit den Gebietskörperschaften und anderen berührten Organisationen, wie zum Beispiel den Tourismusverbänden, geplant. Diese werden über ein Redaktionssystem ihre Alltags- und Freizeitrouten sowie Hintergrundinformationen zu Sehenswürdigkeiten und anderen interessanten Zielen vor Ort in den Radroutenplaner einbringen können.

Der Radroutenplaner wird federführend von der Geschäftsstelle Umweltverbund bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) betreut. Mit der Entwicklung sind die Firmen ALPSTEIN Tourismus GmbH & Co. KG und Mentz Datenverarbeitung GmbH betraut.

Nähere Informationen zum Radroutenplaner und rund um die Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg finden Sie im Internet unter www.fahrradland-bw.de.

Quelle: Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg

 
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