Freiburg startet mit Kampagne des Bundesumweltministeriums „Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken.“

• Brückenbanner und Plakate mit Kampagnenslogans und Aktionen werden stadtweit Aufmerksamkeit auf umweltfreundliche Mobilität lenken

• Ziel: Einsparung von CO2 durch Erhöhung des Fuß- und Radverkehrs bei Kurzstrecken


Am 30.03.2010 wurde die Kampagne „Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken“ in Freiburg gestartet. Die Stadt Freiburg ist eine von fünf diesjährigen Gewinnerinnen der Straßenkampagne des Bundesumweltministeriums (BMU). Die Kampagne soll mit humorvollen und auch provokanten Aktionen dazu motivieren, auf kurzen Strecken vom Auto auf das Fahrrad oder das zu-Fuß-gehen umzusteigen. Insgesamt 55 Kommunen hatten sich um den Zuschlag für die Kampagne beworben. Neben Freiburg entschieden Berlin, Braunschweig, Herzogenaurach und Kiel in 2010 das Rennen für sich. Für Freiburg stellt die Kampagne einen ungefähren Wert von rund 200 000 Euro dar. Ziel der lokalen Modellkampagnen ist es, die hohen CO2 Emissionen im Kurzstreckenverkehr zu reduzieren. Das Freiburger Garten- und Tiefbauamt (GuT) führt mit Hilfe der Projektagenturen fairkehr und Velokonzept die Aktionen auf den Straßen in den nächsten Monaten durch.

Zum Auftakt hat Oberbürgermeister Dieter Salomon zusammen mit Erstem Bürgermeister Otto Neideck auf dem Rathausplatz das erste Banner der Kampagne mit dem Slogan „Verbrennen Sie doch Kalorien statt Benzin“ enthüllt. Bis Oktober werden rund 30 Brückenbanner an 15 Standorten und zahlreiche Werbeplakate in unterschiedlichen Größen mit Witz und Provokation im Stadtgebiet dafür werben, das Auto für kurze Strecken künftig stehen zu lassen. Bei der Freiburger Kampagne soll der Schwerpunkt auf dem Fußverkehr liegen, da hier in Freiburg das Potential zur Einsparung von CO2 am größten ist.

„Besser Sie nehmen ab, als die Eisberge“, war einer der Lieblingsslogans in den vier Modellstädten der Kampagne 2009, berichten die Kampagnenpartner der Projektagenturen fairkehr und Velokonzept. Bis Anfang Oktober werben in Freiburg aber nicht nur auffällige Plakate für die Kampagne: Auch eine Stadtbahn wird komplett in das Kampagnendesign gehüllt. Bei „Blitzaktionen“ bekommen Radfahrer und Fußgänger keine Punkte in Flensburg, sondern können an einem Gewinnspiel teilnehmen. Außerdem werden Aktionsteams „Coaching-Packs“ an Autofahrer verteilen, die motivieren sollen, das nächste mal ohne Auto mobil zu sein. An Schulen soll das Konzept vom sogenannten „Walking Bus„ getestet werden: Anstatt die Schulkinder einzeln motorisiert zur Schule zu bringen, sollen - wo möglich - Schülergruppen gebildet werden, die gemeinsam mit einem Erwachsenen zur Schule gehen.

„Wir haben ehrgeizige Ziele für den Klimaschutz“, so Oberbürgermeister Dieter Salomon bei der Kick-Off-Veranstaltung. „Es ist das erklärte Ziel der Stadt, bis 2030 die klimaschädlichen Emissionen um 40 Prozent zu senken. Dafür kann jeder und jede einzelne etwas tun, wenn er auf mehreren kleinen Fahrten in der Woche das Auto stehen lässt und dafür das Rad benutzt oder zu Fuß geht.“ Innerhalb der Stadt Freiburg werden täglich über 700 000 Wege unter 5 Kilometer Länge zurückgelegt, davon 25 Prozent mit dem Auto (Fuß 26 Prozent, Rad 31 Prozent, ÖV 18 Prozent). Die Rahmenbedingungen für die Kampagne sieht die Stadtverwaltung in Freiburg als außerordentlich gut an: Freiburg ist eine kompakte Stadt der kurzen Wege mit einer guten Infrastruktur für den Fuß- und Radverkehr und hat eine umweltbewusste, sportliche und aufgeklärte Bevölkerung.

Bundesweit liegt die Hälfte aller Autofahrten zwischen 0 und sechs Kilometern, hier sind die CO2-Einsparpotentiale wegen des überproportionalen Verbrauchs bei kaltem Motor besonders hoch. In den kommenden sechs Monaten werden die Bürger und Bürgerinnen in Freiburg daher dort angesprochen, wo sie Auto fahren: Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, im Parkhaus, vor Schulen. Welche Auswirkungen die Kampagne am Ende tatsächlich hatte, wird sich anhand einer repräsentativen Telefonbefragung eines Meinungsforschungsinstituts zeigen, die Teil der Kampagne sein wird.

Die fünf Gewinnerstädte wurden von der BMU-Expertenjury in einem zweistufigen bundesweiten Bewerbungsverfahren ausgewählt. Freiburg profilierte sich als „bekannte Vorbildstadt mit guten Voraussetzungen für Fuß- und Radverkehr“, so die Begründung der Jury für den Zuschlag. Die Auswahlkriterien der Experten waren vor allem die Anstrengungen, die die Stadt zur Verbesserung des Fußverkehrs unternehmen will und die Beschlüsse zum weiteren Ausbau des Fuß- und Radverkehrs.

Informationen zur Kampagne unter www.kopf-an.de
Informationen zum Verkehr in Freiburg www.freiburg.de/verkehr

 
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