Karlsruher Baubürgermeister Michael Obert zum Vorstandsvorsitzenden gewählt

Für eine dauerhafte, wirksame und effiziente Förderung des Radverkehrs sind Kooperationen zwischen dem Land und den Kommunen und den Kommunen untereinander von zentraler Bedeutung. Denn nur mit vereinten Kräften schaffen wir es, den Radverkehr im Land noch weiter voranzubringen", sagte Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner heute (4. Mai 2010) anlässlich der Gründungsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg in Stuttgart.

Gründungsmitglieder des kommunalen Netzwerks sind die Städte Böblingen, Esslingen, Fellbach, Filderstadt, Freiburg, Friedrichshafen, Heilbronn, Heidelberg, Heidenheim, Karlsruhe, Kirchheim unter Teck, Leonberg, Lörrach, Mannheim, Offenburg, Stuttgart, Tübingen sowie die Landkreise Göppingen und Karlsruhe. Zum Vorstandvorsitzenden wurde der Karlsruher Baubürgermeister Michael Obert und zu seiner Stellvertreterin Frau Bürgermeisterin Beatrice Soltys (Stadt Fellbach) gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Oberbürgermeister Boris Palmer (Stadt Tübingen), Frau Bürgermeisterin Marion Dammann (Stadt Lörrach) und Bürgermeister Günter Riemer (Stadt Kirchheim unter Teck). Die Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen wird bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) eingerichtet.

"Radfahren liegt im Trend. Gerade auf Kurzstrecken bis zu fünf Kilometern ist das Fahrrad ein unschlagbar schnelles und flexibles Verkehrsmittel. Neben seinem Beitrag zur Verkehrsentlastung hat das Radfahren positive Auswirkungen auf die Umwelt, die Gesundheit und auf die städtische Lebensqualität. Das Land hat sich daher das Ziel gesetzt, den Radverkehrsanteil im Land zu verdoppeln, ein noch fahrradfreundlicheres Klima zu schaffen, die Fahrradinfrastruktur zu optimieren und die Verkehrssicherheit der Radfahrer weiter zu erhöhen", sagte Ministerin Gönner. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen und noch mehr Menschen für das Radfahren zu begeistern, seien im Land mit dem integrierten und systematischen Fahrradmanagement wegweisende Strukturen geschaffen worden. Zentraler Ansatz des Fahrradmanagements sei der Netzwerkgedanke. Neben dem Landesbündnis ProRad sei der Zusammenschluss der Kommunen die zweite tragende Säule des Fahrradmanagements im Land. Schließlich seien Städte, Gemeinden und Landkreise vor Ort die wichtigsten Akteure der Radverkehrsförderung.

Konkret gehe es in der der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg darum, gemeinsame Projekte und Aktionen zur Förderung des Radverkehrs zu realisieren, den Austausch zwischen den Mitgliedskommunen zu fördern, Beratung und Hilfestellung bei radverkehrsspezifischen Fragen anzubieten, eine gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben und die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und dem Land zu stärken. In der Gründungsveranstaltung sei bereits ein Projektplan beschlossen worden, der unter anderem ein Projekt zur sicheren und selbständigen Fahrradmobilität von Kindern und Jugendlichen vorsehe. Außerdem solle eine Imagekampagne zum Radfahren und eine Öffentlichkeitskampagne zur Verkehrssicherheit gestartet werden. Die kommunalen Behörden sollten durch praktische Planungshinweise für Radverkehrsanlagen und durch Fortbildungsangebote unterstützt werden.

"Wir wollen Synergien nutzen und verhindern, dass das Rad jedes Mal neu erfunden werden muss", sagte die Ministerin. Wegen der hohen Bedeutung die das Land der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen beimesse, wolle es das Netzwerk nicht nur ideell, sondern auch finanziell tatkräftig unterstützen. So werde das Land die Kosten der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft in vollem Umfang übernehmen. Zudem wolle das Land auch Projekte der Arbeitsgemeinschaft anteilig bezuschussen.

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen stehe allen Städten, Gemeinden und Landkreisen für eine Mitgliedschaft offen. Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich in besonderer Weise für das Radfahren stark machten, würden als "Fahrradfreundliche Kommunen" ausgezeichnet. Da eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen vom Land als ein erster und wichtiger Schritt auf dem Weg zur Landesauszeichnung betrachtet würde, könnten sich nur Mitgliedskommunen um die Auszeichnung bewerben.


Information:
Nähere Informationen zur Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen und zur Landesauszeichnung "Fahrradfreundliche Kommune" finden Sie im Internet unter www.fahrradland-bw.de. Das Landesbündnis ProRad wurde beim Gründungskongress am 18. Mai 2009 in Stuttgart ins Leben gerufen und ist auf die Ergebnisse des Runden Tisches Radverkehr Baden-Württemberg zurückzuführen. Dem Landesbündnis gehören die Landtagsfraktionen, Ministerien, die kommunalen Landesverbände, die Arbeitsgemeinschaft der Regionalverbände, maßgebliche Interessenverbände, ÖPNV-Unternehmen, die AOK Baden-Württemberg und seit der zweiten Sitzung die Tourismus-Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) und die Universität Stuttgart (Institut für Straßen- und Verkehrswesen, Lehrstuhl für Straßenplanung und Straßenbau) an.

Der Runde Tisch Radverkehr Baden-Württemberg war im November 2006 einberufen worden. Seine Ende 2008 vorgelegte Empfehlungen gliedern sich in die zehn Themenbereiche "Prima Fahrradklima - Spaß am Radfahren im Land", "Fahrradmanagement in Baden-Württemberg", "Radverkehrsnetze", "Finanzierung der Infrastruktur", "Das Fahrrad im Alltag - jeden Tag die erste Wahl", "Öffentlicher Verkehr und Radverkehr", "Fahrradtourismus", "Radfahren - mit Sicherheit!", "Recht und Gesetz - Ein moderner Ordnungsrahmen für den Radverkehr" und "Radfahrer sind gesünder - Gesundheitsprävention mit dem Fahrrad".


 
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