15.11.2010
Gemeinsam fast den Äquator "umstrampelt"
FILDERSTADT. "Kilometertechnisch" haben sie fast einmal den Äquator umrundet. Die Rede ist von den 205 Filderstädter Teilnehmern am "Stadtradeln 2010". Gemeinsam erstrampelten sie in nur drei Wochen 39.459 Alltagskilometer - auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit.
Zum Filderstädter Ergebnis: 39.459 Kilometer bedeuten im Klartext 98,5 Prozent der Äquatorlänge. 2010 haben in ganz Deutschland rund 13.000 Menschen aus 60 Kommunen am "Stadtradeln" des europäischen Städtenetzwerks "Klima-Bündnis" teilgenommen und damit ein Rekordergebnis eingefahren. Insgesamt wurden bundes-weit mit dem Drahtesel 2,35 Millionen Kilometer zurückgelegt. Durch den Umstieg auf das Null-Emissionsfahrzeug konnte (im Vergleich zur Autonutzung) der Kohlendioxidausstoß um 340 Tonnen reduziert werden. Bildlich dargestellt, entspricht das eingesparte CO2 dem Volumen von etwa 340 Schwimmbecken (mit den Maßen: zehn Meter breit, 25 Meter lang und zwei Meter tief).
In Filderstadt haben über 200 Menschen (darunter auch zwölf Stadträte und zwei Bürgermeister) in 13 Teams ihren Beitrag zu diesem beeindruckenden Ergebnis geleistet. Bei der ersten Teilnahme des Zentrums der Filder vor zwei Jahren waren es 160 Aktive, die drei Wochen lang für die Umwelt kräftig in die Pedale gestiegen sind. "2010 sind noch mehr Bürgerinnen und Bürger dem Aufruf des Klima-Bündnisses und dem, radhaus filderstadt gefolgt", freut sich Erster Bürgermeister Dieter Lentz, der selbst einmal mehr mitgestrampelt ist. Er erinnert an die Zielsetzung des viel beachte-ten Projekts: "Durch das gemeinsame Erleben soll die Lust am Radfahren geweckt und diesem umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel verstärkt Rückenwind verliehen werden."
Dank allen Spendern
Die Premiere in diesem Jahr: Die Teamkapitäne mussten erstmals nicht mehr nur aus dem Gemeinderat stammen. So meldeten 2010 auch Freizeitgruppen, das Bildungszentrum Seefälle (Bonlanden) sowie Familien ihre Teilnahme an der kollektiven Radgaudi im Dienste des Naturschutzes an. Die meisten Kilometer in Filderstadt hat das Team "Plattfußindianer" mit 10.560 Kilometern gesammelt - gefolgt von den "Seniorenflitzern" (7.053 Kilometer) und den Radlern von "RVP-Luftweg" (4.976 Kilometer). Im bundesweiten Ver-gleich der 60 teilnehmenden Kommunen belegt das Zentrum der Filder 2010 den 23. Platz. Sieger ("fahrradaktivste Stadt") wurde 2010 München vor Leipzig und Rheinberg am Niederrhein.
Ein positives Fazit der Aktion zieht Dieter Lentz: "Ich habe mich sehr über die hohe Teilnehmerzahl aus der Bevölkerung und dem Gemeinderat - mit immerhin 37,5 Prozent - gefreut." Sein Dank gilt auch den Spendern (dem Steuerberater Jörn Eisenhardt, dem Flughafen Stuttgart, der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Zahntechnik Stolle, der Wochenzeitung "Filder-Extra" sowie der Uhlberg-Apotheke in Bonlanden), die das Stadtradeln mit 2.279,18 Euro finanziell unterstützt haben. Der Erste Bürgermeister: "Mit diesem Geld werden wir zur Freude vieler Radlerinnen und Radler wei-tere Haltegriffe an Ampelmasten in unserer Stadt-montieren. Diese Vorrichtungen erfreuen sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit."
"Lust auf mehr Fahrradfahren"
Die Resonanz auf die bundesweite Rad-Werbekampagne war enorm. Die Hoffnung von Jürgen Lenz vom Filderstädter "radhaus": "Ich wünsche mir, dass das Stadtradeln den Menschen Lust gemacht hat - Lust auf mehr Fahrradfahren - beispielsweise zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit..." (sk)



