Bereits 17 tödlich verletzte Radfahrer

Innenminister Heribert Rech: „Nur mit Helm aufs Rad - Erwachsene müssen Vorbild sein“

Zwölf Radfahrer ohne Helm starben durch schwere Kopfverletzungen

„Die Gefahren im Straßenverkehr werden von Radfahrern immer wieder unterschätzt. Die Polizei wurde in den ersten fünf Monaten des Jahres leider schon zu 17 Unfällen mit tödlich verletzten Radfahrern gerufen. Erschreckend ist, dass zwölf Radfahrer durch schwere Kopfverletzungen gestorben sind. Hätten sie einen geeigneten Fahrradhelm getragen, könnten sie noch leben.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech am Mittwoch, 2. Juni 2010, in Stuttgart und erinnerte an einen Unfall vor wenigen Ta- gen bei Mundelsheim im Landkreis Ludwigsburg mit einem 65-jährigen Radfahrer. Dieser sei mit seinem Fahrrad gestürzt und am Folgetag einem schweren Schädelhirntrauma erlegen.Radfahren sei gesundheitsfördernd und umweltfreundlich, dabei dürften aber die Gefahren nicht vergessen werden. „Wir sind angesichts der rückläufigen Zahlen bei den Radfahrunfällen auf einem guten Weg“, sagte Rech. Ziel der Landesregierung sei es jedoch, die Zahl der verunglückten Radfahrer bis zum Jahr 2017 um ein Drittel zu reduzieren. Im vergangenen Jahr hätten sich in Baden-Württemberg 7.818 Verkehrsunfälle mit Verletzten ereignet, an denen ein Radfahrer beteiligt gewesen sei (2008: 8.321; minus 6 Prozent). Dabei seien 7.880 Radfahrerinnen und Radfahrer verunglückt (2008: 8.412; minus 6,3 Prozent). Nahezu 57 Prozent dieser Unfälle seien von den Radfahrern selbst verursacht worden. Über 85 Prozent der Radunfälle hätten sich innerhalb geschlossener Ortschaften ereignet. Im Jahr 2009 seien 53 Radfahrer tödlich verletzt worden, bei 535 Verkehrstoten annähernd jeder zehnte.

Neben zahlreichen polizeilichen Maßnahmen, beispielweise der Überwachung von Radwegen und der Überprüfung des technischen Zustandes der Räder, sei die positive Entwicklung auch auf die traditionell gute Radfahrausbildung durch die örtlichen Verkehrswachten und die Polizei zurückzuführen. Ziel sei es Jahr für Jahr, möglichst alle Viertklässler in den Jugendverkehrsschulen auf die Gefahren des Straßenverkehrs aufmerksam zu machen, das richtige Verhalten zu vermitteln und zum erfolgreichen Abschluss der Radfahrprüfung zu führen. Im Schuljahr 2008/2009 seien 113.127 Schülerinnen und Schüler im sicheren Umgang mit den Fahrrädern im Straßenverkehr geschult worden.

„Die von der Landesregierung gewünschte und erfreuliche Zunahme des Radverkehrs darf nicht zu Lasten der Verkehrssicherheit gehen. Dazu muss aber auch jeder Radfahrer selbst einen Beitrag leisten“, sagte der Innenminister. An erster Stelle stehe hier das Tragen eines Radhelms. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen würden Radfahrer bei Unfällen in über 70 Prozent der Fälle Kopfverletzungen erleiden. Ein Radhelm könne bis zu 80 Prozent der schweren Schädelbrüche verhindern. „Ein attraktiveres Erscheinungsbild oder gar Kosten dürfen vom Tragen eines Radhelms nicht abhalten. Seien Sie Vorbild und schützen Sie sich und Ihre Kinder“, so der Innenminister. Kinder und Jugendliche orientierten sich an Erwachsenen, dabei werde falsches Verhalten oftmals nachgeahmt. „Machen Sie sich bewusst, dass Radfahrer keine Knautschzone haben,“ sagte Rech.

Defensive und vorausschauende Fahrweise, ein verkehrssicheres Fahrrad und das Tragen eines geeigneten Fahrradhelms seien beste Vorraussetzungen, nach einer Radtour wieder gesund zu Hause anzukommen. „Checken Sie zudem regelmäßig Bremsen, Beleuchtung und Reifen. Und vor allem, beachten Sie unbedingt die Verkehrsregeln. Sie gelten verbindlich für alle Verkehrsteilnehmer, also auch für Radfahrer“, sagte der Innenminister.

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