Befragung zum Thema Radverkehr in BW
Staatssekretär Rudolf Köberle: „Ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem wird den Radverkehr im Land weiter voranbringen“
„Mit der Wirkungskontrolle der Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg bauen wir ein wertvolles Qualitätsmanagementsystem auf.“ Das sagte Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle am Mittwoch, 14. Oktober 2009, in Stuttgart. Derzeit würden 2.400 Personen telefonisch zu ihrer Wahrnehmung und Einstellung zum Radverkehr im Land befragt.
Die Wirkungskontrolle sei ein wesentlicher Bestandteil des Fahrradmanagements in Baden-Württemberg. In einem ersten Schritt, der sogenannten Nullanalyse, werde seit Sommer 2009 durch verschiedene Untersuchungen und Erhebungen der Status Quo des Radverkehrs ermittelt. Bis zum Frühjahr 2010 würden die Ergebnisse vorliegen, die sich auch als Grundlage für einen späteren Vorher-Nachher-Vergleich eignen würden. „Die Wirkungskontrolle wird den Kommunen und dem Land zeigen, wo wir mit dem Radverkehr in Baden-Württemberg derzeit stehen, welche Potenziale vorhanden sind und wie wir die Fahrradmobilität noch weiter verbessern und stärken können. Das Fahrrad als umweltfreundliches, stadtverträgliches und günstiges Verkehrsmittel spielt in der Zukunft eine immer größere Rolle“, betonte der Staatssekretär.
Ziel der Wirkungskontrolle sei es, anhand eines standardisierten Erhebungsmodells eine umfassende Analyse des Radverkehrs in insgesamt elf Städten und drei Landkreisen durchzuführen. Die Auswahl der teilnehmenden Städte und Landkreise sei anhand objektiver Kriterien wie Raumstrukturtyp, Radverkehrsanteil, Tradition der Radverkehrsförderung und Topographie erfolgt. Damit werde gewährleistet, dass ein möglichst breiter Querschnitt die Gesamtsituation des Radverkehrs in Baden-Württemberg widerspiegle. Neben den ausgewählten sieben Städten (Freiburg, Heidenheim, Karlsruhe, Kirchheim unter Teck, Offenburg, Stuttgart, Villingen-Schwenningen) und drei Landkreisen (Bodenseekreis, Landkreis Karlsruhe, Ostalbkreis) würden auch die Städte Böblingen, Fellbach, Lörrach und Singen auf eigene Kosten an der Analyse teilnehmen.
Durch die Untersuchungen und Erhebungen würden sämtliche Bereiche abgedeckt, die für eine systematische Radverkehrsförderung relevant seien. „Wir möchten ein Gesamtbild der Fahrradmobilität in den Städten und Landkreisen Baden-Württembergs erhalten. Nur wenn neben der reinen Fahrradnutzung und der Infrastruktur auch die Bereiche Serviceangebote, Öffentlichkeitsarbeit und Fragen der Sicherheit berücksichtigt werden, können wir unser ehrgeiziges Ziel, Fahrradland Nr. 1 in der Bundesrepublik zu werden, auch erreichen“, sagte Köberle.
Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger stünden bei der Radverkehrsförderung im Mittelpunkt. Daher sei es wichtig, dass im Zuge der Wirkungskontrolle neben den Vor-Ort-Analysen und Interviews mit Verkehrsplanern der beteiligten Kommunen auch die Bürgerinnen und Bürger telefonisch befragt würden. „Ich bin überzeugt, dass mit den Ergebnissen der Befragung eine Radverkehrsförderung gelingen kann, die letztlich die Freude am Radfahren steigert und dazu motiviert, das Fahrrad noch häufiger zu nutzen“, so der Verkehrsstaatssekretär.
Zusatzinformationen:
Die Wirkungskontrolle ist ein wesentlicher Bestandteil des Fahrradmanagements in Baden-Württemberg. Dazu gehören auch das Landesbündnis ProRad, der Fahrradmanager beim Innenministerium und die Geschäftsstelle Fahrradförderung, die bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg angesiedelt ist. Auch ein Internetportal „Fahrradland Baden-Württemberg“ ist im Aufbau. Zudem wird derzeit an der Gründung einer „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg“ gearbeitet. Das Fahrradmanagement ist ein Schwerpunkt der Handlungsempfehlungen des Runden Tisches Radverkehr Baden-Württemberg. Der Runde Tisch war im November 2006 unter der Leitung von Staatssekretär Rudolf Köberle einberufen worden und hat Ende 2008 seine umfangreichen Empfehlungen vorgelegt.
Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg am 14.10.2009


