Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in Sigmaringen
04.04.2009 „Wir wollen den Anteil des Radverkehrs von zehn auf 20 Prozent erhöhen, ein noch fahrradfreundlicheres Klima schaffen und die Verkehrssicherheit der Radfahrer deutlich verbessern.“ Das sagte Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle am Samstag, 4. April 2009, bei der Landesversammlung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Sigmaringen. Die Handlungsempfehlungen des Runden Tisches Radverkehr, an dem auch der ADFC engagiert mitgewirkt habe, bildeten eine wertvolle Grundlage, um das umweltfreundliche Verkehrsmittel Fahrrad stärker in den Blickpunkt zu rücken.
In der gut zweijährigen Projektarbeit habe der Runde Tisch umfassende und vielfältige Handlungsempfehlungen zur Optimierung des Radverkehrs in Baden-Württemberg erarbeitet. Alle Themen rund um das Fahrrad, von der Fahrradförderung über die Finanzierung der Infrastruktur bis hin zu gesundheitlichen Aspekten des Radfahrens, seien systematisch erfasst und ausgewertet worden. Am Runden Tisch Radverkehr hätten neben Vertretern der Verwaltung Verbände, Vereine, Verkehrsgesellschaften, die Wirtschaft, die Wissenschaft und die kommunalen Landesverbände mitgewirkt. Adressaten der Handlungsempfehlungen seien die verantwortlichen Fachleute und Politiker. „Wir werden nun Stück für Stück die Umsetzungsmöglichkeiten prüfen. Sicherlich wird nicht alles eins zu eins und sofort umzusetzen sein“, sagte Köberle. Für den gesamten Prozess werde man einen langen Atem brauchen.
Erste Schritte zur Umsetzung seien bereits eingeleitet worden. Der Schwerpunkt liege zunächst im Aufbau eines Fahrradmanagements. Dazu habe das Land bereits im September 2008 bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg die Geschäftsstelle Fahrradmanagement eingerichtet. Sie solle gemeinsam mit dem Innenministerium die Umsetzung der Handlungsempfehlungen koordinieren und vorantreiben. Mit dem Landesbündnis ProRad werde ein landesweites Netzwerk angestrebt, um den zahlreichen lokalen Akteuren, Initiativen, Verbänden und Kommunen die nötige überörtliche Unterstützung zu geben. Der Gründungskongress werde im Mai in Stuttgart stattfinden.
„Zusätzlich ist für die Kommunen die Gründung eines eigenen neuen Netzwerks sinnvoll“, so der Staatssekretär. Eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen könne den am Radverkehr interessierten Landkreisen, Städten und Gemeinden landesweit eine Plattform bieten, sich regelmäßig auszutauschen. Dies stärke die Kompetenz auf kommunaler Ebene im Bereich des Radverkehrs. Die Gründungsphase der Arbeitsgemeinschaft werde voraussichtlich noch in diesem Jahr abgeschlossen. Für die Weiterentwicklung des Radverkehrs sei ein Informationsaustausch zwischen den Beteiligten von großer Bedeutung. Dazu werde eine Kommunikationsplattform im Internet geschaffen, die alle wissenswerten Informationen rund um das Fahrrad erfasse.


