Radverkehrskataster im Landkreis Karlsruhe
Beschreibung
Ausgangssituation
Das Radroutennetz (touristische Fernradrouten) des Landkreises Karlsruhe wurde in den Jahren 1995-1996 im Rahmen des Projektes "BW-Grundnetz" vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg festgestellt und beschildert. Bis 2005 bestand das Radroutenkataster nur aus einer Kopie der topografischen Karte 1:25.000 (TK25) in welcher die Radrouten und Schilderstandorte von Hand eingezeichnet waren und einer handschriftlichen Tabelle mit den Schilderattributen. Ab 2005 wurde der Versuch gestartet sämtliche analogen Daten vor Ort auf Ihre Aktualität hin zu überprüfen und in ein Geoinformationssystem auf der Grundlage der digitalen topografischen Karte 1:25.000 (DTK25) zu überführen.
Organisations- und Beteiligungsstruktur
Da die Anforderungen an die Datenhaltung in Bezug auf Umfang, Lagegenauigkeit und Aktualität bzw. Verfügbarkeit schnell gestiegen sind, wird im Landkreis Karlsruhe seit 2007 unter anderem ein Radroutenkataster entwickelt, woran folgende Partner beteiligt sind:
- Amt für Vermessung, Geoinformation und Flurneuordnung des Landratsamt Karlsruhe,
- Arbeitskreis GIS des Landkreistages Baden-Württemberg,
- Datenzentrale Baden-Württemberg und der
- Kommunalen Informationsverarbeitung Baden-Franken
Ziele
Neben dem übergeordneten Ziel, den Radverkehrsanteil insbesondere im Alltagsverkehr zu erhöhen und dem insgesamt erwarteten Anstieg des Radverkehrs gerecht zu werden, sollen mit dem Radverkehrskataster folgende Ziele verfolgt werden:
- Gewährleistung einer auf das gesamte Kreisgebiet abgestimmten und zielgerichteten Radverkehrsentwicklung;
- Integration der vorhandenen Wege und Straßen zu einem leistungsfähigen Radverkehrssystem;
- Eindeutige Regelung der Zuständigkeiten und Kompetenzen aller Beteiligten am Radverkehrsmanagementsystem im Landkreis Karlsruhe;
- Bildung von Synergien und Einsparung von Kosten für alle Beteiligten;
- Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Qualität des Radroutennetzes;
- Verbesserung der Möglichkeiten, Fördermittel des Bundes und Landes zu erhalten;
- Aufzeigen von Lücken und Mängeln im Wegenetz sowie Vermeidung unnötiger Flächenversiegelungen
- Bereitstellung einer Grundlage zur Entwicklung eigener Radverkehrskonzepte der kreisangehörigen Städte und Gemeinden
- Entwicklung einer Planungsgrundlage zur Radverkehrsinfrastruktur für die verschiedenen Planungsträger im Landkreis Karlsruhe
- Förderung des Tourismus im Landkreis Karlsruhe
Entwicklung und Umsetzung des Radroutenkatasters
Die ersten drei Module des Radverkehrskatasters (Radverkehrszonen, -entwicklungsachsen und Radroutennetzabschnitte) wurden bereits mittels eines Geoinformationssystems (GIS) umgesetzt und in Betrieb genommen. Zur Zeit befindet sich das Landratsamt Karlsruhe, in Zusammenarbeit mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie mit weiteren öffentlichen und privaten Stellen in der Feststellung und Erfassung der überörtlichen (Hauptradrouten) und örtlichen (Nebenradrouten) der Radroutennetzabschnitte. Nach der Erfassung der Radroutennetzabschnitte werden weitere Module (Gefahrenstellen und punkt- und linienhafte Radverkehrsinfrastrukturmaßnahmen) in Betrieb genommen.
Ab 2013 wird das Radroutenkataster im Bereich der Hauptradrouten bei Bedarf mit weiteren Daten wie z. B. Höhenprofilen, Infrastrukturanlagen, Hotels, Sehenswürdigkeiten etc. erweitert. Weiter sollen die kreisangehörigen Städte und Gemeinden eine Zugangsmöglichkeit auf das Radroutenkataster erhalten. Damit sollen die Städte und Gemeinden die Möglichkeit haben, weitere Radrouten auf derselben Datengrundlage zu erstellen und zu pflegen.
Begründung: Warum handelt es sich um ein gutes, innovatives, nachahmenswertes und / oder nachhaltiges Beispiel und auf welche Einsatzbereiche lässt es sich übertragen?
Durch die interkommunale Zusammenarbeit können Kosten und personeller Aufwand für die Beschaffung von Hard- und Software sowie für die Erfassung der Daten geteilt und reduziert werden. Redundanzen und Inkonsistenzen werden minimiert, die Planungs- und Auskunftssicherheit wird erhöht, verwaltungsübergreifende Vorgänge können schneller und effizienter zum Vorteil der Bürgerinnen und Bürger und von Unternehmen abgearbeitet werden.
Autor/in der Beschreibung
Angelo Castellano
Besondere Zielgruppen/ Verkehrsteilnehmer
Kinder / Jugendliche
Anbieter / Akteure
Verkehrsunternehmen
Arbeitgeber / Schule
Politik / Öffentliche Hand
Einzelhandel
Sonstige: Alle welche die Daten des Radverkehrskatasters benötigen
Finanzierung
a) Investition
Kommunale Mittel
b) laufende Kosten
Kommunale Mittel
Erläuterungen:
Im Rahmen der Einführung des umfassenden Geoinformationssystems entstanden für dieses Projekt lediglich Personalkosten für die Planung, Implementierung und den laufenden Betrieb.
Projektträger/ Projektbeteiligte
Projektträgerschaft
Kommunal: Landkreis
Projektträger
Landkreis Karlsruhe Amt für Liegenschaften und Regionalentwicklung
Projektbeteiligte
Landkreis Karlsruhe Amt für Vermessung, Geoinformation und Flurneuordnung, Arbeitskreis GIS Landkreistag Baden-Württemberg, Datenzentrale Baden-Württemberg und Kommunale Informationsverarbeitung Baden-Franken
Kontakt
Ansprechpartner auf Projektebene / Trägerorganisation und Kommunaler Ansprechpartner
Angelo Castellano
Organisation: Amt für Liegenschaften und Regionalentwicklung
Funktion: Radverkehrsmanagement
Institution: Landratsamt Karlsruhe
Adresse: Beiertheimer Allee 2 76137 Karlsruhe
Telefon: 0721 – 936 6328
E-Mail: angelo.castellano@landratsamt-karlsruhe.de
Internet: www.landkreis-karlsruhe.de
Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation
Veröffentlichung in den Landkreisnachrichten Baden-Württemberg und der lokalen Presse geplant.
Aufnahme der Objektartenbeschreibungen der Radverkehrskatastermodule im Metadatenkatalog RIPS-OK Baden-Württemberg kurz vor dem Abschluss (www.lubw.baden-wuerttemberg.de).



