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Neues Modellprojekt am Start

27. Mai 2014

Baden-Württemberg startet ein Modellprojekt zu Schutzstreifen außerorts.

Straße zwischen Dachswald und Kaltental wird Modellstrecke für Forschungsprojekt: Als eine von drei Modellstrecken in Baden-Württemberg wurde die Strecke „Im Elsental” zwischen den Stadtteilen Dachswald, Stadtbezirk Vaihingen, und Kaltental, Stadtbezirk Stuttgart-Süd, für das Forschungsprojekt „Schutzstreifen außerorts” ausgewählt.

Für eine sichere Führung des Radverkehrs werden innerorts immer häufiger Schutzstreifen auf der Fahrbahn markiert. Die Umsetzung ist kostengünstig und der Sicherheitsgewinn für den Radverkehr hoch. Doch außerhalb geschlossener Ortschaften ist die Einrichtung von Schutzstreifen in Deutschland – anders als beispielsweise in der Schweiz oder den Niederlanden – aufgrund fehlender Erkenntnisse nach der Straßenverkehrsordnung bislang nicht zugelassen.

Auch außerorts besteht ein Bedarf zur Sicherung des Radverkehrs. Ein baulicher Radweg ist hier häufig aufgrund technischer, rechtlicher oder finanzieller Probleme nur schwer oder mit zeitlichen Verzögerungen realisierbar oder nicht zwingend erforderlich. Daher beteiligt sich das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg an einem Forschungsprojekt des Bundes, mit dem die Erkenntnislücke für den Einsatz von Schutzstreifen außerorts geschlossen werden soll.

Kriterien für die Auswahl der Modellstrecken für den Versuch waren unter anderem ein Fahrbahnquerschnitt von bis zu 7,50 Meter Breite und eine relativ geringe Verkehrsbelastung (weniger als 4000 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden).

Die etwa 800 Meter lange Steigungsstrecke „Im Elsental” weist eine Fahrbahnbreite von rund 5,50 Meter und eine Verkehrsbelastung von 2500 Fahrzeugen pro Tag auf. Zur Umsetzung des Vorhabens wurde für den Radverkehr in einer Fahrtrichtung ein Schutzstreifen von 1,50 Meter Breite bergauf markiert. Bei Gegenverkehr oder vor Kurven darf auf den Schutzstreifen ausgewichen werden. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt bei 50 Kilometer pro Stunde.

Die Landeshauptstadt Stuttgart erhofft sich von diesem Forschungsprojekt wichtige Erkenntnisse für weitere geplante Schutzstreifen außerorts in Stuttgart.

Die weiteren Untersuchungsstrecken in Baden-Württemberg befinden sich in Moos am Bodensee (Landkreis Konstanz) und in Leutkirch im Allgäu (Landkreis Ravensburg). Weitere Untersuchungsstecken des bundesweiten Modellversuchs befinden sich in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Das Projekt ist bis zum 31. Dezember dieses Jahres befristet und wird bis dahin wissenschaftlich begleitet. Abhängig von den gesammelten Erkenntnissen werden die Schutzstreifen anschließend beibehalten oder wieder entfernt.

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