Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Ein Mann macht auf einer Treppe am Fluss eine Pause vom Fahrradfahren.

Amrei Bär, Offenburg, Radverkehrsbeauftragte

„Von der Erfahrung anderer lernen. So muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.“

Kaufanreiz für Räder

Abwrack-/Umweltprämie in Mannheim

umgesetzt wo?

Stadt Mannheim

umgesetzt wann?

1. Mai 2009–10. Mai 2009

mit welchem budget?

Investition von 4.000 Euro aus kommunalen Mitteln

umgesetzt von wem?

Stadt Mannheim

Biotopia Radstation

Mit welchem Ziel?

Förderung des Radverkehrs als Teil des breit angelegten Klimaschutz-Konzeptes

Schaffung eines Anreizes zum Kauf von verkehrssicheren Alltagsfahrrädern

Projektbeschreibung

Im Rahmen des 2009 gestarteten breit angelegten kommunalen Klimaschutz-Konzepts wird der Förderung des Radverkehrs in der Säule „Umweltfreundlicher Verkehr“ eine bedeutende Rolle zugeteilt. Im März 2009 stand die monatliche Pressekonferenz zum Klimaschutz-Konzept unter dem Thema „Fahrradfreundliche Stadt“ - hier wurde neben Themen wie Radwegeausbau, Abstellanlagen und weiche Maßnahmen wie Veranstaltungen die Einführung einer städtischen „Abwrack“-Prämie für Fahrräder durch den Oberbürgermeister verkündet. Folgende Kriterien galten für die Aktion, die sogar internationales Medienecho hervorrief: Fahrrad kaufen - Altrad abgeben! Die 50-Euro-Abwrackpämie für mehr Radverkehr von der Stadt Mannheim und BIOTOPIA, Arbeitsförderungsbetriebe. So geht's zur Prämie:

Schritt 1: Bei einem Mannheimer Fahrrad-Fachgeschäft Ihrer Wahl ein neues straßenverkehrstaugliches Fahrrad kaufen (kein reines Rennrad, Mountainbike usw., auch keine Kinderräder). Achtung: Kaufdatum darf nicht vor dem 2. Mai 2009 liegen! Schritt 2: Mit dem Alt-Fahrrad zur BIOTOPIA Fahrradstation am Mannheimer Hauptbahnhof gehen. Hier wird das alte Fahrrad abgegeben und die Prämie ausgezahlt. Unbedingt mitnehmen: Personalausweis (nur Mannheimer erhalten die Prämie) und den Originalbeleg Ihres neu gekauften Fahrrads. Warum keine reinen Rennräder, Mountainbikes, (Klein-)Kinderräder? Die Stadt Mannheim wollte mit der Prämie einen Anreiz zum Kauf verkehrssicherer Alltagsfahrräder schaffen. Alle Fahrräder waren prämienberechtigt, die nach der Straßenverkehrsordnung ausgestattet waren. Für den Straßenverkehr um-/aufgerüstete Rennräder, Mountainbikes oder Kinderräder waren somit ebenfalls prämienberechtigt. Anders als bei der Abwrackprämie für Autos wurden die Alt-Räder nicht verschrottet, sondern im Ausbildungsbetrieb der BIOTOPIA Fahrradstation als Ersatzteillager verwendet oder für den eigenen Gebrauchtrad-Verkauf aufbereitet.

Ergebnis

Die Abwrackprämie für Fahrräder war ein voller Erfolg: Bereits am ersten Gültigkeitstag wurden 87 Räder vor dem Fahrradparkhaus der Biotopia am Hauptbahnhof abgegeben. Bis zum Ende der Woche summierte sich die Anzahl der abgegebenen Fahrräder auf 120, obwohl die Prämie eigentlich nur für die ersten 100 Fahrräder begrenzt war.

Kritische Stimmen haben die Fahrrad-Abwrackprämie aufgrund ihrer medialen Reichweite lediglich für einen PR-Gag gehalten. Auch wenn es sich vor allem um eine Aktion mit Symbolkraft handelte – selten zuvor war auch in zeitlicher Folge das Thema „Förderung des Radverkehrs“ in Mannheim so stark im öffentlichen und politischen Interesse.

In vielen anderen Städten wurde eine Einführung nach dem „Mannheimer Modell“ diskutiert – u. a. in Frankfurt a. M. zum 1. Juli umgesetzt. Erfolgreicher Grundgedanke der Abwrackprämie ist die Erhöhung des Kaufanreizes durch einen Zuschuss. Diese Idee kann für den Radverkehr auf viele Bereiche übertragen werden, z. B. Reparatur-Zuschuss, Zuschuss für Pedelecs in Gegenden mit hügeligem Terrain usw.

Ansprechpartner

Peter Roßteutscher
Stadt Mannheim
Agenda 21 Büro
Rathaus E 5, 68159 Mannheim
0621 - 2935502
peter.rossteutscher@mannheim.de

Internetseite zum Projekt

www.mannheim.de

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