Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Ein Mann macht auf einer Treppe am Fluss eine Pause vom Fahrradfahren.

Amrei Bär, Offenburg, Radverkehrsbeauftragte

„Von der Erfahrung anderer lernen. So muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.“

Studentenstadt Karlsruhe

Draisler-Fahrräder

für Studierende

umgesetzt wo?

Stadt Karlsruhe

280.000 Einwohner

umgesetzt wann?

Seit Wintersemester 200/2008 - heute

Mit welchem Budget?

  • Landesmittel, nur in Form der Erhöhung der Zahlungen aus dem kommunalen Finanzausgleich
  • Kommunale Mittel

umgesetzt von wem?

Stadt Karlsruhe

Mit welchem Ziel?

Karlsruhe verfügt über acht Hochschulen und mehr als 37.000 Studierende und gehört damit zu den am breitesten aufgestellten Hochschulstädten Deutschlands. Die Vernetzung zwischen Stadt und Hochschulen hat für Karlsruhe eine große Bedeutung, für die es bereits viele Beispiele gibt.

Um das studentische Umfeld weiter auszubauen, wurde die „Studentenstadt Karlsruhe“ als Leitprojekt im „Karlsruhe Masterplan 2015“ verankert und Ende 2008 vom Gemeinderat der Stadt Karlsruhe einstimmig beschlossen.

Das Projekt soll Karlsruhe im Wettbewerb mit anderen Hochschulstandorten profilieren und damit den Karlsruher Hochschulen die Möglichkeit geben, ihre hohe und international bekannte Qualität zu sichern. Konkret soll dies erreicht werden durch die engere Verzahnung von Studierenden, Hochschulen und der Stadt sowie die stärkere Wahrnehmung der Studierenden im Stadtleben.

Die Stadt Karlsruhe ist stolz auf ihre exzellente Forschungs- und Hochschullandschaft und auf ihre mehr als 37.000 Studierenden. Diese jungen Menschen sollen die Fächerstadt als Lebensmittelpunkt betrachten und in Karlsruhe ihren Erstwohnsitz nehmen.

Projektbeschreibung

Projektdurchführung

Um Studenten zur Ummeldung ihres Wohnsitzes zu motivieren, hat der Karlsruher Gemeinderat ein stattliches Budget für die „Erstwohnsitzkampagne Karlsruhe“ beschlossen. Jeder mit Erstwohnsitz gemeldete Studierende bringt der Stadt über den kommunalen Finanzausgleich einen klaren finanziellen Vorteil. Diese Einnahmen sollen teilweise in die Verwirklichung des Masterplan-Leitprojekts „Studentenstadt“ fließen, der u. a. Maßnahmen für ein studierendenfreundliches Umfeld umfasst.

Als Anreiz, sich mit Erstwohnsitz am Studienort anzumelden, überreicht die Stadt allen Studierenden, die sich ummelden, ein attraktives

Begrüßungspaket.

Das Karlsruher Stadtmarketing hat in Abstimmung mit Hochschulen, Studentenwerk, Studierendenvertreterinnen und -vertretern, der City-Initiative Karlsruhe, dem KVV und der Polizeibehörde dieses Begrüßungspaket zusammengestellt. Es enthält ein kostenloses Semesterticket des Karlsruher Verkehrsverbunds KVV – gültig für ein ganzes Semester –, fünf Einkaufsgutscheine à zehn Euro, ein Buch über Karlsruhe mit vielen Infos, Tipps und Adressen sowie einen Gutschein für die Leihfahrräder der Deutschen Bahn. Außerdem liegt dem Paket auch ein Los bei, mit dem die Studierenden ein „Draisler-Fahrrad“ gewinnen können. Der Name „Draisler“ ist das Ergebnis eines Ideen-Wettbewerbs unter den Studierenden. Der Ferrari-rote Draisler wurde eigens für die Karlsruher Studierenden gestaltet und ist nicht im Handel erhältlich. Der Draisler verfügt über eine hochwertige Ausstattung. Nabendynamo und Beleuchtung mit Standlichtfunktion sowie die Qualität der Bremsen sorgen für ein Höchstmaß an Sicherheit, die individuell einstellbare Federgabel und der stabile Gepäckträger ein Höchstmaß an Komfort. Der „Draisler“-Schriftzug, entwickelt von kreativen Partnern des Karlsruher Stadtmarketings, ziert das Unterrohr. Mit den Rädern soll auch bewusst gemacht werden, dass in Karlsruhe Freiherr von Drais geboren wurde, der die Laufmaschine, also den Vorläufer des heutigen Fahrrades, erfunden hat.

Konkretes Verfahren

Um den Studierenden die Formalitäten der Anmeldung zu erleichtern, richten das Stadtmarketing Karlsruhe GmbH, das städtische Amt für Bürgerservice und Sicherheit (BuS) und das Studentenwerk jeweils zu Beginn des Wintersemesters ein mobiles Bürgerbüro in der Uni-Mensa ein. Hier können Studierende sich direkt in ihrem Studienumfeld ummelden und u. a. ihr Los für das Studi-Fahrrad in Empfang nehmen.

Die Gewinn-Nummer des Loses wird bei der Anmeldung den jeweiligen Studierenden zugeordnet. Nach Abschluss der Ummeldungs-Aktivitäten werden die Gewinnlose gezogen, zurzeit sind dies noch regelmäßig 10 % der Ummeldezahl. Es gewinnt also jedes zehnte Los. Mit der Benachrichtigung über den Losgewinn werden Geschlecht und Größe abgefragt, damit das Fahrrad individuell auf die Gewinnerin oder den Gewinner zugeschnitten werden kann.

Erst dann kann die Bestellung der Rahmen durch den beauftragten Fahrradhersteller erfolgen. Wenn einige Monate später die Rahmen und die Ausstattungskomponenten geliefert und montiert sind, erfolgt eine öffentliche Übergabe der Fahrräder an die Studierenden, die sie gewonnen haben. Vor allem die Ausgabe der Räder an die Gewinner aus den Wintersemestern stellt eine große logistische Herausforderung dar. Große Lagerflächen für bis zu 600 endmontierte Räder und eine riesige Fläche für die Ausgabe sind nötig und konnten mit Unterstützung durch die Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH gefunden werden. Auch wenn ein ausgeklügeltes Ausgabeverfahren entwickelt wurde, ist doch Zeit und Geduld der Studierenden gefragt. Musik und gastronomische Versorgung machen die Ausgabe zu einem kleinen Event.

Ergebnis

Mit der Fahrradverlosung im Zusammenhang mit der Erstwohnsitzkampagne wird für die Studierenden an den Karlsruher Hochschulen ein weiterer Anreiz geschaffen, sich an ihrem Studienort Karlsruhe mit Erstwohnsitz anzumelden. Damit steigt der Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, das den Kommunen über den kommunalen Finanzausgleich pro Erstwohnsitzerin oder Erstwohnsitzer einen bestimmten Betrag überweist.

Gleichzeitig werden die Studierenden noch stärker motiviert, das Fahrrad als selbstverständliches Verkehrsmittel in Karlsruhe zu nutzen, und leisten damit einen Beitrag zum Umweltschutz und zur eigenen Gesundheit. Die hohe Qualität des „Draislers“ erhöht das Qualitätsbewusstsein allgemein und erhöht die Sicherheit im Fahrradverkehr. Gleichzeitig werden damit Maßstäbe an die Qualitätsanforderungen gesetzt, die den Fachhandel langfristig profitieren lassen. Mit steigender Zahl der „Draisler“-Fahrräder (pro Jahr etwa 500 Räder) werden die Studierenden im Stadtbild sichtbarer und tragen dazu bei, Karlsruhe stärker als Studentenstadt zu positionieren.

Ansprechpartner

Clas Meyer
Stadtmarketing Karlsruhe GmbH
Leiter des Wissenschaftsbüros der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH
Kaiserstraße 142–144
0721/35236-26
clas.meyer@stadtmarketing-karlsruhe.de
www.karlsruhe.de/stadtmarketing

Franziska Nolte
Stadtmarketing Karlsruhe GmbH
Projektmanagerin des Wissenschaftsbüros
Kaiserstraße 142-144
0721 / 35236-27
franziska.nolte@stadtmarketing-karlsruhe.de
www.karlsruhe.de/stadtmarketing

Internetseite zum Projekt

www.erstwohnsitz-ka.de

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Welche unterschiedlichen Strategien es gibt, Radverkehrsförderung durch Kommunikation zu unterstützen und warum das so wichtig ist, können Sie in diesem Artikel nachlesen

 

Aufruf zum Wettbewerb „Mach Radwerbung!” der Landesinitiative RadKULTUR