Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Ein Mann macht auf einer Treppe am Fluss eine Pause vom Fahrradfahren.

Amrei Bär, Offenburg, Radverkehrsbeauftragte

„Von der Erfahrung anderer lernen. So muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.“

Projekte mit

Vorzeigecharakter

Fahrrad2Go im Rems-Murr-Kreis

 

umgesetzt wo?

Im Rems-Murr-Kreis auf der ersten Pilotlinie zwischen Winnenden und Buoch (Buslinie 310)

umgesetzt wann?

31.7.2014

Mit welchem Budget?

Rd. 30.000 Euro pro Bus für die Fahrradträger im und außen am Bus, zuzüglich Kosten für die Umstrukturierung der Buslinie.

umgesetzt von wem?

Rems-Murr-Kreis gemeinsam mit der Firma OVR sowie mit Fördermitteln des Verbandes Region Stuttgart. Zusätzlich beteiligen sich die Stadt Winnenden und die Gemeinden Korb und Schwaikheim an den Kosten für die Umstrukturierung der Buslinie.

Mit welchem Ziel?

Zuverlässige, attraktive und qualitativ hochwertige Verknüpfung der umweltfreundlichen Mobilitätsträger Bus und Fahrrad. Mit dem Projekt soll ein Beitrag geleistet werden, um die Rolle des ÖPVN im Gefüge der Verkehrsträger zu stärken sowie dessen Attraktivität, vor allem als Alternative zum motorisierten Individualverkehr, weiter auszubauen.

Wie das Klimaschutzkonzept des Rems-Murr-Kreises aus dem Jahr 2012 offen gelegt hat, bestehen für Wege im Bereich von 5 km und weniger große, noch nicht erschlossene Potentiale zur Verlagerung von PKW-Verkehren auf umweltfreundliche Mobilitätsträger.

Fahrrad2Go soll mit dazu beitragen, diese vorhandenen Verlagerungspotentiale zu heben. So kann nicht nur ein wichtiger Beitrag für die in Zukunft immer wichtiger werdende Multimodalität der Verkehrsträger geleistet, sondern mittel- und langfristig auch CO2-Emissionen vermieden und der Klimaschutz gefördert werden.

Projektbeschreibung

Am Beginn der Überlegungen stand die Erkenntnis, dass weder in der Region Stuttgart noch in Baden-Württemberg bereits serienmäßig hergestellte innovative technische Lösungen für eine Fahrradmitnahme in täglichen Linienbusverkehr im Einsatz waren. Auch eine Ausweitung der Recherche auf Deutschland und darüber hinaus hat zu dem Ergebnis geführt, dass für einen Ballungsraum wie es die Region Stuttgart ist, keine erprobten innovativen Fahrradmitnahmelösungen zur Verfügung stehen.

Der Rems-Murr-Kreis und das Busunternehmen Omnibus-Verkehr Ruoff GmbH in Waiblingen haben daraufhin vereinbart, neue Fahrradmitnahmesysteme zu entwickeln, die einer möglichst breiten Schicht von Fahrgästen eine verlässliche, attraktive und qualitativ hochwertige Mitnahme des eigenen Fahrrads ermöglicht. Von Beginn an wurde das Ziel verfolgt, sowohl neue Halterungsvorrichtungen für eine Fahrradmitnahme

  • im Bus – im Stehplatzbereich der zweiten Bustür – und auch
  • außen am Bus – mittels Heckträger –

zu entwickeln, diese in der Praxis zu testen und nach Möglichkeit einen Praxistauglichkeitsnachweis für einen regional-, landes- oder sogar bundesweiten Einsatz zu führen.

Die Innovationskraft von Fahrrad2Go beschränkt sich nicht nur auf die Suche nach neuen innovativen technischen Lösungen. Inhalt ist gleichzeitig, im Rahmen eines Praxistauglichkeitsvergleichs zweier Innovationen (Haltevorrichtungen im Bus vs. Fahrradheckträger) das für eine breite Akzeptanz bei Fahrgästen und Busunternehmen – und somit für eine erfolgreiche Marktdurchdringung – am besten geeignete System zu finden.

In einem ersten Schritt wurden wie vorgenannt, innovative Mitnahmelösungen außen am Bus mittels Heckträger, wie auch innen im Bus entwickelt und hergestellt und seit dem 31.07.2014 werden diese auf einer ersten Pilotlinie (Linie 310 Winnenden - Buoch) einem Praxistest unterzogen. Pro Bus können mit den Fahrradträgern bis zu 10 Fahrräder transportiert werden.

In einem zweiten Schritt soll die Pilotphase im Jahr 2015 auf bis zu zwei weitere Versuchsstrecken ausgeweitet werden. Diesbezüglich führt der Rems-Murr-Kreis derzeit mit Busunternehmen Gespräche, deren Linienverkehre größere Steigungen aufweisen und bei denen ÖPNV-Verknüpfungspunkte, wie z. B. S-Bahn-/Regionalbahnstationen, mit topographisch höher gelegenen Ortschaften/Siedlungsgebieten verbunden werden.

Ergebnis

Nicht zuletzt die Verleihung des ÖPNV-Innovationspreises 2015 durch das Land Baden-Württemberg ist Beleg dafür, dass das primäre Projektziel – der Bevölkerung eine verbesserte, attraktive und qualitativ hochwertige Verknüpfung von Bus und Fahrrad anzubieten – zwischenzeitlich mit den neuentwickelten Halterungssystemen im Bus und außen am Bus (absenkbarem Heckträger) erreicht werden konnte.

Nachdem die erste Pilotlinie im Jahr 2015 ihre erste volle Fahrradsaison absolviert, werden eingehende Aussagen, wie das Angebot von der Bevölkerung angenommen wird und die Halterungssysteme sich in der Praxis bewähren, im Laufe des Jahres 2015 möglich sein.

Ansprechpartner

Walter Jörg
Landratsamt Rems-Murr-Kreis
Alter Postplatz 10
71332 Waiblingen
07151/501-1377
j.walter@rems-murr-kreis.de

Internetseite zum Projekt

Weitere Informationen finden Sie hier.

Newsletter abonnieren

Abo ändern/kündigen Hier klicken

Karte: mit Fahrrad im Zug

Der 3-Löwen-Takt und der ADFC Baden-Württemberg haben eine Karte veröffentlicht, in der die Tarife für die Fahrradmitnahme in der Bahn übersichtlich dargestellt sind.