Informationsportal zur Radverkehrsförderung

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Ein Mann macht auf einer Treppe am Fluss eine Pause vom Fahrradfahren.

Amrei Bär, Offenburg, Radverkehrsbeauftragte

„Von der Erfahrung anderer lernen. So muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.“

Service fürs Fahrrad

Radstation Ludwigsburg

 

umgesetzt wo?

Bahnhof Stadt Ludwigsburg

Stadt Ludwigsburg: ca. 86.000 Einwohner

umgesetzt wann?

  • Planungsbeginn 2008
  • Eröffnung Radstation am 29.01.2010
  • Dauermaßnahme

mit welchem budget?

  • Investitionen von 560.000 Euro
  • Private Mittel: 280.000 Euro
  • GVFG-Förderung: 45.000 Euro
  • Rest: kommunale Mittel
  • Laufende Kosten von 25.000 p.a. (Betriebskosten trägt Betreiber, Bauunterhalt durch Stadt)

umgesetzt von wem?

  • Stadt Ludwigsburg (Eigentümer und Bauherr)
  • Neue Arbeit gGmbH, Stuttgart (Betreiberin Radstation und Betreuung Toiletten)
  • ADFC (Lizensierung Radstation)
  • Bund und Land (GVFG-Förderung)
  • BAM Deutschland AG (Bauunternehmer)

Mit welchem Ziel?

Einrichtung von zusätzlichen und sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten, um dem zunehmenden Bedarf in Ludwigsburg sowohl bei Berufspendlern als auch bei Touristen entgegenzukommen.

Zusätzlich sollte durch das Serviceangebot in der Radstation (Sicherheitschecks, Reparaturen und Radbörsen) die Sicherheit der eingesetzten Räder verbessert sowie Kindern, Jugendlichen und Einkommensschwachen ökologischere Mobilität eröffnet werden.

Projektbeschreibung

Man sieht die Radstation von außen.

Entstehung und Angebote der Radstation Ludwigsburg

Ludwigsburg zieht jährlich fast 1 Mio. Gäste an. Schlösser, reizvolle Landschaft und die gute Bahnanbindung machen Ludwigsburg zum idealen Ziel für Radtouristen.

Der Bahnhof des 15 km nördlich von Stuttgart gelegenen, 87.000 Einwohner zählenden Mittelzentrums ist mit 5 Regional(express-), 2 S-Bahn-, 7 Regionalbus- und 10 Stadtbuslinien zentrale Nahverkehrsdrehscheibe des Landkreises. Täglich nutzen fast 40.000 Menschen den Bahnhof. Seit Bau der Eisenbahnlinie war dessen einseitige Erschließung ein wesentlicher Schwachpunkt.

Bis 2006 hatte die Stadt zunächst gemeinsam mit dem Bahnhofseigentümer DOBA auf der Innenstadtseite 80 vom Land geförderte Radboxen errichtet, da die dort vorhandenen 500 überdachten Radabstellplätze nicht mehr ausreichten und zu wenig Schutz gegen Vandalismus boten. Die vom ADFC betreuten Boxen waren innerhalb eines halben Jahres komplett vermietet.

2007 boten Restrukturierungen in angrenzenden Betrieben westlich des Bahnhofes Gelegenheit, die bis zu 5.000 Besucher fassende Multifunktionshalle ARENA Ludwigsburg zu erschließen, indem der vorhandene Bahnsteigtunnel nach Westen geöffnet wurde. Neben behindertengerechter Reisendeninfrastruktur (Läden, betreutes WC), 724 Parkplätzen und sechs Bushalteplätzen konnten für Radler genügend und sichere Abstellplätze bereitgestellt werden.

Anfang 2009 beschloss der Ludwigsburger Gemeinderat angesichts erwartbar hoher Fußgängermengen bei Großveranstaltungen und aus eigenen Erfahrungen mit abgestellten Rädern am Bahnhof den Bau eines Radparkhauses, das mind. 160 Rädern Platz bieten sollte. Um eine intensiv genutzte Anlage zu erreichen, wurden die Ausführungsplanungen eng mit dem ADFC Nordrhein-Westfalen abgestimmt, der auf Basis von über 60 Anlagen die ADFC-Schutzmarke Radstation entwickelt hatte. Mitte 2009 gewann die Stadtverwaltung mit der Neuen Arbeit Stuttgart gGmbH einen Betreiber, der nicht nur in Stuttgart zwei Radabstellanlagen und den Call-a-Bike-Fix-Service der DB AG betreut, sondern auch bereit war, neben der Radstation nach ADFC-Lizenzvorgaben auch eine Toilettenanlage zu betreuen.

Ab Herbst 2009 hat die Neue Arbeit Stuttgart mit Arbeitsförderungsmaßnahmen die Radstation Ludwigsburg ausgebaut, die Materialkosten hierfür hat die Stadt übernommen.

Planungen und Bauausführung der Radstation wurden auf der Grundlage eines Projektvertrages zum Gesamtprojekt ARENA Ludwigsburg regelmäßig mit Bauträger, städtische Bauverwaltung und späteren Projektbetreibern abgestimmt. An Runden Tischen informierte die Stadtverwaltung die örtliche Radinitiative vom Projektfortschritt. Diese unterstützte das Vorhaben durch persönliche Gespräche mit Gemeinderäten.

Am 16.03.2010 hat die Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner die 1. ADFC-lizensierte Radstation Baden-Württembergs in Ludwigsburg eingeweiht. Seither bietet die Radstation Radlern zuverlässig täglich von 6.00 bis 21.00 Uhr folgende Leistungen:

  • wettergeschütztes, bewachtes Radparken
  • Radpannen- und Reparaturservice
  • Radverleih und günstige Gebrauchträder
  • Radtoureninfos und -tipps

Ergebnis

Zehn Mitarbeiter freuen sich auf Kunden und über die für sie geschaffenen Chancen zum Wiedereinstieg in das Berufsleben und zur Ausbildung als Fahrradmechaniker. Ein Ausbilder bildet bisher Arbeitslose zu Zweiradmechanikern aus.

Mit ihren klar definierten, weit über ein Radparkhaus hinausgehenden Serviceangeboten der ADFC-lizensierten Radstation erleichtert die Radstation Ludwigsburg das Radfahren in Ludwigsburg wesentlich. Gebäude- und Betriebskonzept verdeutlichen die Vorteile integrierter Erschließungskonzepte sowie die sozialen Effekte nachhaltiger Radverkehrsförderung und erscheinen auf ähnlich strukturierte Mittelstädte zumindest in Süddeutschland übertragbar.

Radfahrer/-innen werden nun mit ihrer Nutzung die Zukunft der Radstation wesentlich mitbestimmen, nach nur drei Betriebsmonaten sind bereits 30 % der 160 Abstellplätze belegt.

Ansprechpartner

Uli Rabeneick
Neue Arbeit gGmbH
stv. Geschäftsführer
Gottfried-Keller-Str. 18 c
70435 Stuttgart
0711 / 27301-140
0711 / 27301-166
urabeneick@neuearbeit.de

Olaf Dienelt
Stadt Ludwigsburg
Projektsteuerung
Mathildenstraße 21/1
71638 Ludwigsburg
07141/910-2701
07141/910-2514
o.dienelt@ludwigsburg.de

Internetseite zum Projekt

www.neuearbeit.de

www.ludwigsburg.de

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