Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Informationsportal zur Radverkehrsförderung

Ein Mann macht auf einer Treppe am Fluss eine Pause vom Fahrradfahren.

Amrei Bär, Offenburg, Radverkehrsbeauftragte

„Von der Erfahrung anderer lernen. So muss man das Rad nicht ständig neu erfinden.“

Städtische Fahrradkultur

Radverkehrsförderung in der Stadt Lörrach

 

umgesetzt wo?

Stadt Lörrach

Einwohnerzahl: ca. 49.000 EW

umgesetzt wann?

Seit 1997 - heute

mit welchem Budget?

  • EU-Mittel zur Finanzierung der landkreisweiten und grenzüberschreitenden Radwanderwege
  • Kommunale Mittel zur Radverkehrsförderung (30.000 – 50.000 € pro Jahr) für laufende Kosten

umgesetzt von wem?

Stadt Lörrach

Mit welchem Ziel?

Gestaltung und Förderung einer dauerhaften nutzer- und umweltfreundlichen Mobilität, um Lörrachs Attraktivität für alle Lebensbereiche und Generationen zu stärken.

Projektbeschreibung

Radfahrer auf Fahrradstreifen

1. Ausgangssituation

Die Stadt Lörrach liegt im trinationalen Ballungsraum „Regio TriRhena”, der Lebens- und Wirtschafts-
raum von ca. 2,3 Mio. Einwohnern ist. Der überwiegende Teil der Bevölkerung wohnt in einem Einzugsbereich von 1 bis 2 km um die Innenstadt, etwa ein Drittel lebt in den nördlichen Ortsteilen. Neben dem traditionell schon immer in der Region stark vorhandenen Freizeitverkehr wird das Fahrrad zunehmend für die Wege des Alltags genutzt.

Folgende Ziele wurden vom Gemeinderat beschlossen:

  • Die Mobilität soll nutzer- und umweltfreundlicher gestaltet werden.
  • Lörrachs Attraktivität soll für alle Lebensbereiche und Generationen gestärkt werden.

2. Organisations- und Beteiligungsstruktur

Die Ausarbeitung des Leitbilds „Lörrach 2002” wurde durch mehrere Bürgerinformations- und Diskussionsveranstaltungen begleitet. 1998 wurde das Leitbild als zukünftiges Handlungsprogramm vom Gemeinderat verabschiedet. Im Jahr 2005 ist Bilanz gezogen worden. Aufbauend auf den festgestellten Defiziten zur Umsetzung des Leitbilds beschloss der Stadtrat die Weiterführung des Agenda-Prozesses und beauftragte fünf Arbeitsgruppen mit der Überarbeitung und Neudefinition von zukünftigen Zielsetzungen.

3. Konzepte zur Förderung des Radverkehrs

Die im Rahmen des Arbeitskreises „Integrierte Verkehrskonzeption“ erarbeitete gesamtstädtische Radverkehrsplanung stellt die Basis zur Förderung des Radverkehrs dar. Ziel ist die weitere Optimierung des Radverkehrsnetzes durch die fortlaufende Umsetzung punktueller Maßnahmen. Die sind:

  • Die sichere Führung des Radverkehrs entlang von Hauptverkehrsstraßen
  • Der Ausbau von Ost-West-Verbindungen mit verbesserten Querungsmöglichkeiten des Bahnkörpers
  • Die nutzerfreundliche Gestaltung der Hauptstraßen in den Durchfahrten einzelner Stadtteile

3.1 Radverkehrsnetz und Wegweisung

In der gesamtstädtischen Radverkehrsplanung wird von folgenden Standards ausgegangen:

  • Auf Hauptverkehrsstraßen wird eine fahrbahnnahe Führung des Radverkehrs, insbesondere der Radfahrstreifen und Schutzstreifen, favorisiert.
  • An Knotenpunkten wird die nicht abgesetzte Radfahrerfurt und das direkte Linksabbiegen angestrebt. In untergeordneten Zufahrten von signalisierten Knotenpunkten sollen aufgeweitete Aufstellbereiche für Radfahrer angelegt werden.
  • Erschließungsstraßen mit besonderer Netzbedeutung für den Radverkehr sollen als Fahrradstraßen eingerichtet, Einbahnstraßen für die Gegenrichtung freigegeben werden.

Ein landkreisweites Wegweisungssystem nach FGSV-Standard, das sich sowohl an Alltags- als auch an Freizeitzielen orientiert, soll bis 2007 umgesetzt werden. Es knüpft an grenzüberschreitende Radverbindungen an.

Folgende Maßnahmen wurden bisher realisiert:

  • Markierung von Schutzstreifen auf Hauptverkehrsstraßen mit einer Breite von 1,60 m
  • Anlage alternierender Schutzstreifen zur Sicherung des Radverkehrs in Straßen, deren Fahrbahn für die Markierung beidseitiger Schutzstreifen zu schmal ist
  • Aufgeweitete Radaufstellstreifen an Kreuzungen und Einmündungen
  • Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr
  • Änderung der Verkehrsführung für den Kfz-Verkehr in sensiblen Bereichen
  • Führung des Radverkehrs auf „Umweltspuren“ zusammen mit dem Busverkehr
  • Ausbau und stärkere Vernetzung von Fußgängerzonen. Der Großteil der Fußgängerzonen darf von Radfahrern ohne zeitliche Einschränkung befahren werden
  • Verbesserung der westlichen Innenstadt-Umfahrung, die besonders bei Großveranstaltungen in der Fußgängerzone von Bedeutung ist
  • Errichtung eines neuen Bahnübergangs
  • Reduzierung der Fahrbahnbreite in den Ortsdurchfahrten verschiedener Ortsteile und Abmarkierung von Schutzstreifen
  • Aufhebung von Parkplätzen entlang wichtiger Radverkehrsverbindungen
  • Radfahrfreundliche Signalisierung mit Induktivschleifen im Asphalt

3.2 Fahrradparken

Im Innenstadtgebiet befinden sich mittlerweile ca. 250 Abstellplätze. Dabei handelt es sich um Anlehnbügel und abmarkierte Stellplätze ohne Bügel. Weiterhin gibt es mehrere überdachte Fahrradabstellanlagen. Am Hauptbahnhof Lörrach soll zudem eine Fahrradstation entstehen.

3.3 Intermodalität

Nach der Modernisierung aller Bahnsteige können an allen Bahnhöfen und Haltepunkten der Regio-S-Bahn die Züge ebenerdig betreten werden. In den Nahverkehrszügen im Landkreis Lörrach darf das Fahrrad von Montags bis Freitags ab 9 Uhr und am Wochenende durchgehend kostenlos mitgenommen werden. Seit 2002 ist in den Berglinien des Stadtbusverkehrs die kostenlose Fahrradmitnahme möglich.

3.4 Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Das Leitbild „Lörrach 2002“ beinhaltet ein konsequentes Marketing und eine intensive Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung des Umsteigens auf Bahn, Bus und Fahrrad. Zur Kontinuität von Planung und Umsetzung von Maßnahmen trägt die in der Stadtverwaltung eingerichtete Stelle des Radverkehrsbeauftragten und das engagierte Mitwirken von Bürgergruppen (IG Velo, VCD, Agenda-21-Arbeitsgruppen) bei.

Die Maßnahmen beinhalten unter anderem einen Energie- und Verkehrsaktionstag (alle 2 Jahre) sowie die Neuauflage eines Fahrradstadtplans.

Ergebnis

Der vorbildliche Prozess der Leitbild-Entwicklung unter breiter Öffentlichkeitsbeteiligung und mit Unterstützung der Leitungsebene von Politik und Verwaltung sowie vorgesehener Institutionalisierung auf kommunaler Entscheidungsebene sichert eine langfristige Tätigkeit.

Lörrach zeigt, dass auch mit begrenzten Haushaltsmitteln zur Förderung des Fahrradverkehrs ein gutes Radverkehrsnetz geschaffen werden kann. Die schwerpunktmäßig angewandten Schutzstreifen ließen es zu, parallel andere aufeinander abgestimmte Maßnahmen umzusetzen. Die Umstellung auf ein dichtes Regio-S-Bahn-Angebot in Kombination mit der Einrichtung neuer Haltepunkte und Abstellanlagen stellt eine Verbesserung des Angebots zur Nutzung der kombinierten Verkehrsmittel Bahn/Fahrrad dar. Dies trägt zu einer neuen städtischen „Fahrradkultur“ bei.

Ansprechpartner

Herr Arne Lüers
Fachbereich Straßen-Verkehr-Sicherheit
Fahrradverkehrsbeauftragter, stellvertretender Fachbereichsleiter
Stadt Lörrach
Luisenstr. 16
79539 Lörrach
07621 415 547
a.lueers@loerrach.de 

Internetseite zum Projekt

www.loerrach.de

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