Gutachten zu den Führungsmöglichkeiten des Radverkehrs in engen Straßenquerschnitten

Eines der zentralen Handlungsfelder der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e.V. (AGFK-BW) ist es, mit innovativen Modellprojekten Lösungen bspw. der Infrastrukturplanung zu testen, für die noch keine gesicherten Kenntnisse vorliegen oder die noch nicht den bestehenden Regelwerken entsprechen. Um auf schmalen Straßen das Maßnahmenspektrum zur Sicherung des Fahrradverkehrs zu erweitern, lässt die AGFK-BW ein Gutachten erstellen, das die Möglichkeiten einer sicheren Führung des Radverkehrs in engen Straßenräumen näher untersucht.

Quelle: A. Mombartz 2003.

Obwohl mittlerweile für beidseitig angeordnete Schutzstreifen als Führungsform des Radverkehrs abgesicherte Erkenntnisse vorliegen, auf deren Grundlage Ausbildungsanforderungen und Einsatzbereiche in aktuellen Regelwerken erläutert werden und ein breiterer Einsatz empfohlen werden kann, werden Schutzstreifen noch immer begrenzt eingesetzt. Zu alternierenden Schutzstreifen liegen dagegen noch keine hinreichenden Erfahrungen vor, um für diese Führungselemente gesicherte Einsatzempfehlungen aussprechen zu können.

Die Stadt Lörrach (Mitgliedskommune der AGFK-BW) hat mit dem Beispiel eines in einer engen Hauptverkehrsstraße angelegten alternierenden Schutzstreifens Aufmerksamkeit erregt. Der Schutzstreifen wurde auch im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht. Gerade für Baden-Württemberg, wo in vielen Städten und Gemeinden Nachholbedarf an straßenbegleitenden Radverkehrsanlagen besteht und vielfach enge Straßenräume gegeben sind, könnte das „Lörracher Modell“ ein erhebliches Einsatzpotenzial bieten.

Um gesicherte Informationen über den Einsatz und auch die Einsatzgrenzen alternierender Schutzstreifen zu erhalten wird im Rahmen des AGFK-Gutachtens der grundsätzliche Einsatzbereich dieser Führungsform im Hinblick auf vielfältige Faktoren untersucht. Dies sind beispielsweise Fahrbahnbreite, Verkehrsmengen, Konfliktstellen, kritische Begegnungsfälle, Wechsellagen, Überleitungsbereiche und andere. Die Verkehrssicherheit und Beeinflussung der Verkehrsqualität stehen dabei im Fokus.

Mitgliedskommunen der AGFK-BW, die sich an der Untersuchung beteiligen, werden alternierende Schutzstreifen anlegen. So kann im Rahmen der Begleitforschung Bilanz gezogen werden, wie und wo der Einsatz der alternierenden Schutzstreifen am sinnvollsten ist und wo nicht. Während eine Beratung der Kommunen im Vorfeld stattfindet, untersucht eine abschließende Konflikt-/Unfallanalyse, u. a. mithilfe von Videoanalysen, den Einfluss der Maßnahmen auf die Verkehrssicherheit und -qualität.

Gutachter ist das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen aus Aachen. Gemäß der Zielvorgaben der AGFK-BW soll das Gutachten die nationale und internationale Forschung zur Sicherung des Radverkehrs mit belastbaren Ergebnissen voranbringen. Die Ergebnisse des Gutachtens werden im Jahr 2012 erwartet.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten sie bei Herrn Öhmann in der Geschäftsstelle der AGFK-BW.

 
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